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wohl werden. Der liebe Gott wird schon helfen, daß alles
zu einem guten Ende kommt, dann bezahle ich auch unsere
ganze Sache. Hier gibt es viele Leute die es uns sehr ver=
denken daß wir fort wollen, besonders Pfr. [Eickmeier?]. Aber
das kann uns alles nicht rühren. Wenn wir hierbleiben [insertion:] hätten wollen [/insertion]
müßte Johanna hier bei uns bleiben, einen jungen Schreiner
aus der Kirche heiraten u. Vater hätte Maschinen anschaffen
müssen. Dann wäre das Haus neu belastet worden u. für
uns wären die Sorgen erst recht losgegangen. Es wird
ja hier von der Stadt aus sehr viel gebaut, das ganze
Terain [sic] von der Kiedricherstr. bis Exerzierplatz ist zum
Teil bebaut, das andere ist angefangen. Die Stadt macht
den andern Hausbesitzer jetzt tüchtig Konkurrenz. Sie
baut die ganzen Häuserblocks ohne Hinterhäuser mit
Heizung u. allem Komfort den man sich denken kann.
In 1 - 2 Jahren gibt es hier genug Wohnungen u. wenn
dann die Besatzung fort geht, dann können die Haus=
besitzer wieder sehen wie sie vermieten. Man sieht
es jetzt schon an den großen Wohnungen, da gibt es
schon wieder Schilder an den Häusern. Frau Stritter hat
auch ihren 1 Stock seit Januar wieder. Die Franzosen
gingen im Dezember fort. Jetzt hat sie die ganze
Wohnung gemacht. Wie wir hörten hat sie an eine
Schneiderei vermietet, welche 8 - 10 Mädchen haben.
Sie konnte doch sicher sonst keinen Mieter finden
sonst hätte sie so einen Betrieb sicher nicht genommen.
