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mir scheint daß sowohl den Soldaten als dem Volk die Augen aufgehen werden und den Kampf werden nicht länger fortsetzen wollen den das wäre ein unnöthiges Blutvergißen, doch der Herr wird es machen daß die Sachen gehen wie es heilsam ist seine Gerichte sind endlich hereingebrochen seine un= endliche Langmuth die Er mit der verdorbenen Menschheit hatte hatt ihr Ende erreicht so lese ich in der Süd= teudschen Warte, u. andere Schriften die Zeit sei schon sehr nahe gerückt daß wir noch recht vieles erleben könnten der Herr möge uns stärken daß wir Ihm treu bleiben damit es nicht heißt ich kenne Euer nicht!
Nun l. Schwester habe ich dir freudiges aber leider auch trauriges mitzutheilen:
Die Marie ist seit acht tagen vergnügte Braut und hatt einen braven Mann nach ihres herzens Neigung gewählt. Er ist hier erster Institutslehrer mit diesem Institut ist auch eine Pasion für aus wärtige Töchter verbunden bis zum 18 Jahr bleiben dise sie l[e]rnte Ihn diesen Winter kennen die hießigen Mädchen namen bei Ihm Singstunden da haben Sie sich kennen lernten als Er sie das erste mal sahe habe Er gleich bei sich gedacht das muß deine Frau werden wenn sie dich nimmt. Er habe nicht gewußt wer sie sei Er hatt auch diesen Winter u. frühjahr mit andren Musikalischen freunden einige Conzerte hier veranstaltet worüber er sehr belobt wurde den Er ist sehr weit in der Musik u. im Clavier woran die Marie große Freude hatt, durch den Krig hatten natürlich diese Abendunterhaltungen ganz aufgehört da hatt Sie Ihn zufällig eines Abends unterwegs getroffen u. fragte Sie ob sie der Mutter noch nichts davon gesagt habe u. daß er mich so gerne besuchen möchte, da hatt Ihn Fr. Gmelin
