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Kirchheim d. 27 Sept. 1870
meine l. theure Schwester !
Deinen l. Brif erhielt ich am 21 Tag nach der Absendung mußte mich wundern daß derselb. doch so bald hier war wegen der Blockate zu Wasser
Eure liebevolle Theilname daß Ihr uns aufgenommen hättet auch wenn wir nun Alle gekommen wären thut mir u. der l. Marie sehr wohl, doch dem höchsten Lenker auch der Krige sei tausend Dank gesagt daß unser deutsches Land nicht der Schauplatz des Kriges wurde und unser verbündetes Heer von einem Sig zum andern gelang te, aber welch große Opfer hatt es schon gekostet u. wie viel Blut ist gefloßen, alle verheuratheten Männer bis zu 28 jahren sind einberufen worden das hießige Schloß ist in ein Lazareth umgewandelt worden wenn eine entlaßen sind als genesen kommen wider andere Verwundete nach, überal haben sich Sanitätsvereine gebildet, man arbeitet z. b. hier die Frauen u. Jungfrauen v. der Paulinen pflege da werden Hemden Binden Beinkleider u. was nothwendig ist verfertigt auch gab jeder was er nur auftreiben konnte schöne Gaben an Geld Weiszeug Betten Leinwand u. das geht immer noch fort den es kann noch mehr Blut flißen es steht nun das große deutsche Heer vor Paris die Republikanische Regirung will die Fridensbedingungen nicht erfüllen, aber
[left margin, rotated 90 degrees, top to bottom] es folgt der Anfang vom vorigen Brif der Wind hatte mir das Blatt ohne mein wissen unter den Sopha genommen find es erst am Samstag
[rotadet 90 degrees back, left to right] nachher
