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Transcribe Page - Auguste Finckh to Charlotte von Höfeln, March 25, 1858

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Höfeln family letter, March 25, 1858, page 4 - image of

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letzten Tagen viel weniger die l Mutter las ihm etwas zur Erbauung, so vergieng der Mittwoch, am Donnerstag machten wir die ersten Besuche bei den nächsten Verwandten u kamen ganz vergnügt heim; in zwischen war Dr Hauff da, u sah jetzt selbst daß es dem Ende zugehe, auf die Frage ob man ihm ein Mittagssüppchen bringen dürfe antwortete er „ja ein wenig Brühe wir schickten die Magd damit hinauf, während sie ihm den 2ten Löffel voll reichte, gieng es nicht mehr hinunter, während wir am Essen saßen sprang sie mit den Worten ins Zimmer, der Herr Onkel stirbt; wir versammelten uns alle um sein Bett, die l Mutter sprach den Vers “Erscheine scheine mir zum Schilde zum Trost in meinem Tod u laß mich sehn dein Bilde in meiner letzten Noth,. in 10 Minuten während welcher der Athem immer kürzer worden war er verschieden; wir befahlen ihn der Gnade Gottes, hoffend daß er ihn werde auch angenommen haben, er sieht ja alle Umstände in denen sich der Mensch be= findet u hat auch die Umgebung gewußt in die der Herr Onkel in früherer Zeit war. – Für ein Brautpaar in so ein Tod im eigenen Hause ein gar schmerzliches Ereigniß, wie ist doch Freude und Leid im Leben so gar nahe bei einander. - Das Begräbniß machten wir ganz einfach, er wurde mit dem Trauerwagen hinausgefahren, der durch einen Kranz von den ersten Frühlingskindern geschmükt war, eine Chaise folgte in welcher Tritschler, Enslin Clostermaier u Friz saßen, einige Frauen u Weiber aus der Nachbarschaft folgten, ich mußte es meinem Bräutigam ver= [s]prechen dazubleiben, die Waisenkinder sangen am Grab u a. Ruhe ist das beste Gute, er war in seinem Leben auch eine Art Waisenkind gewesen, Friz hielt einen kurzen Lebenslauf worin er die Verwandtschaft aus einander setzte, dann eine Ansprache an die Lebenden, daß sie nicht denken u sagen sollen was dieser Verstorbene hätte lassen sollen u leisten können sondern daß sie sich fragen sollen, ob nicht etwas von ihrer Seite sei an ihm versäumt worden. – Im ganzen müssen wir abermals sagen der Herr hat alles recht gemacht, er legt wohl eine Last auf, aber er hilft sie auch tragen, u jetzt in der Braut wo es ohne dieß mehr zu thun gibt sind wir der Sorge für ihn enthoben; aber er hat mir doch manchmal leid um ihn gethan, ich meinte immer ich müßte ihn mit seinem Stok um die Vesperzeit die Treppe herauf poltern hören, so wird man alles in der Welt gewöhnt auch das weniger angenehme.


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