Marie Hansen Taylor to Lina Hansen, December 13, 1858, p. 2 - image of
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guten Teppich, in der Schlafstube eine feine Strohmatte. Von Lili' s Wiege habe ich Dir schon geschrieben. Über dem Kamin hängen drei schöne Bilder u. an der gegen= über liegenden Wand Eure u. Emma's Photographie.
- Ich nehme noch am späten Abend meinen Brief wieder auf um Dir zu sagen wie niedlich u. liebenswürdig Lilian heute war - oder vielmehr seit 3 Tagen ist. Sie sieht so schön aus u. wird zusehends dick u. fett; dabei fängt sie an zu spielen u. ist von Allem unterhalten was im Zimmer vorgeht. Ein Stück zusammengeknülltes Papier entzückt sie, weil es knittert so bald sie hineinkrabst. [roman:] Willy Stoddard [/roman] hat sie sehr gern, wenn er zu uns herauf kommt verfolgt sie ihn beständig mit den Augen. Heute Nachmittag aber zumal war sie so voller Schelmerei, daß sie uns höchlichst amü= sirte; sie sah bald eine Eine, bald das Andere an u. lachte über das ganze Gesicht, dann riss sie wieder ihre Augen weit auf u. sah aus als ob sie Wunderdinge sähe u. dann wieder fing sie plötzlich an mit Hän= den u. Füßen zu zappeln u. zu jauchzen. Gestern, zum Sonntag hatten wir so schönes Wetter, daß ich meinte Lili müsste etwas frische Luft haben, Lisbeth aber hatte um Erlaubniss gebeten auszugehen u. so entschloss ich mich schnell, nahm Lili auf den Arm u. Emma B. zur Begleiterin u. ging hinauf zur Hauptstraße u. nahm da den ersten Schienenomnibus (immense Omnibuse, die auf Schienen laufen u. von Pferden gezogen werden, durchkreuzen die Stadt nach allen Richtungen hin), setzte mich hinein u. fuhr bis an das Ende der Vorstadt u.
