Marie Hansen Taylor to Lina Hansen, December 13, 1858, p. 1 - image of
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[roman:] Brooklyn, Dec. [/roman] 13. 1858
Meine liebste Mutter!
Den ganzen Nachmittag habe ich nach
einer ruhigen Stunde gesucht um an Dich zu
schreiben, aber da gab es Vorhänge zuzuschneiden,
das Kind einzuschläfern, in der Küche nachzu=
sehen etc. etc. u. so ist die Dunkelheit beigekommen
ehe ich dazu gekommen bin das zu thun was ich
so gern machte. Auch jetzt werde ich nicht lange
dabei bleiben können, denn Emma deckt eben
unsern Tisch u. später kommen [roman:] Stoddards [/roman] zum
Thee, aber ich werde wenigstens ein Viertelstünd=
chen haben um mich mit Dir zu unterhalten.
Meine Wirthschaft ist jetzt in guter Ordnung- das
ganze Haus bis in die kleinste Ecke aufgeräumt
so daß ich einen jeden Gegenstand im Dunkeln fin=
den könnte u. somit ist auch Aussicht für eine
ruhigere Zeit für mich vorhanden, u. zum
Weihnachten wenn Bayard wieder kommt wird
er ein vollständig geregeltes Hauswesen finden.
Unsere Zimmer sind klein, aber äußerst wohnlich.
Bayard hat viele schöne Bilder u. Bücher. Die letzte=
ren stehen außer in seinem Bücherschrank, auf 3
hohen zierlichen Büchergestellen mit gewundenen
Säulen. Außerdem befindet sich in dem Wohn=
zimmer mein Tischchen von Rosenholz, eine Chaise=
longue, ein runder Ausziehtisch, unsere gestick=
ten Stühle, Bayards famoser Lehnstuhl, mein
Schaukelfauteuil u. vier gewöhnlichere Stühle
- alles mit Geschmack geordnet, natürlich.
Das Holz der Möbel ist Nussbaum. Im Schlaf=
zimmer haben wir Ahorn, Kommode u.
Waschtisch mit weißen Marmorplatten,
auf der ersteren ein ovaler Toilettenspiegel;
zwei kleine Tische, 4 Rohrstühle u. einen
Rohrschaukelstuhl. In beiden Zimmern
sind Kamine mit kleinen eisernen
Öfen davor. Im Zimmer haben wir einen
