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Transcribe Page - Marie Hansen Taylor to Lina Hansen, November 14, 1858

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Marie Hansen Taylor to Lina Hansen, November 14, 1858, p. 2 and p. 3 - image of

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[page 2 (sheet 5, left-hand side):]

mich richteten. Obgleich dies im Scherz gesagt wurde, so war doch etwas wahres daran, u. als ich mit an Bayard's Seite durch den gefüllten Saal ging fand ich es am gera= thendsten mich so wenig wie möglich umzusehen, um nicht durch die rechts u. links mich anstarrenden Augen außer Fassung gebracht zu werden. "Du wurdest selbst mehr angestarrt als [roman:] Curtis [/roman]" sagte [roman:] Annie [/roman], die sehr darüber amüsirt war, u. [roman:] Emma [/roman] hörte wie das Eine das Andere anstieß u. flüsterte "Sieh, das ist [roman:] Bayard's Wife." Man wieß uns einen Ehrenplatz auf der Tribüne an u. so hatten wir wenigstens den Vortheil in der unmittelbaren Nähe des Vorlesenden zu sein u. ihn deutlich zu hören. Die Vorlesung, poetisch u. doch allgemein verständlich, rechtfertigte den Ruf dessen sich [roman:] Curtis [/roman] er= freut u. verschaffte uns einen großen Genuss; wir waren froh die Fahrt daran gewendet zu haben. Wir kamen erst nach Mitternacht nach [roman:] Hazeldell [/roman] zurück u. [insertion:] fanden [/insertion] Lilian, die bei Großmutter [roman:] Taylor [/roman] geblieben u. den ganzen Abend geschlafen hatte, eben erwacht. Sie bekam ihre Milch u. anstatt wieder einzuschlafen wurde sie durch die Gesellschaft in der sie sich zu der ungewöhnlichen Zeit befand, so munter daß sie anfing zu lachen u. zu plaudern u. vor 3 Uhr nicht wieder einschlief. Ich kann auch dies= mal wieder sehr guten Bericht von ihr geben, sie nimmt merkwürdig zu am ganzen Körper u. trotzdem daß es ziemlich sicher ist daß sie mit Zahnen umgeht, ist sie sehr gut u. macht wenig Mühe. Sie braucht schon seit einiger Zeit ihre Geiferlätzchen u. hat es sehr gerne wenn man ihr das Zahnfleisch reibt u. sie beißen lässt. Auch ihre Verdauung ist nicht ganz in Ordnung

[page 3 (sheet 5, right-hand side):]

aber sie scheint keine Schmerzen daran zu haben, oder nur sehr wenig, denn sie ist fast immer guter Laune u. kann jetzt schon durch kleine Späße amüsirt werden. Es ist ganz auffällig daß sie Bayard u. mich kennt; ihr Gesicht nimmt einen ganz andern Ausdruck an, wenn einer von uns zu ihr tritt u. mit ihr spricht. Seit 8 Tagen trägt sie das kleine Säcken was Frau [roman:] [Weinkuls?] [/roman] mir für sie gegeben was ich ihr umhängen sollte sobald sie zu zahnen anfing. Ich glaube nicht gerade an diese sympathi= schen Mittel, aber ich habe auch nichts dagegen sie in solchen unschuldigen Fällen anzuwenden. Lilian hat einige kleine Kousinen hier in der Nähe, die später ihre Gespielinnen sein werden. Die nächste wohnt nur eine Viertelstunde entfernt u. heißt [roman:] Rosely [/roman]. Das passt gut zu Lili. Eine alte gutmüthige Nachbarin, die hier herum wohnt u. etwas verwirrt im Kopfe ist, hörte von den beiden Namen u. sagte von ihnen:"Lilian stammt von dem Adler u. Mond u. sollte in Demuth u. Milde gesprochen werden, denn in ein Strahl des Lichtes strömt aus jedem Buchstaben hervor [insertion:] aus [/insertion]. [roman:] Rosely [/roman] aber wird mit Ausschlag bedeckt sein, denn sie wird die Blume riechen wollen u. die werden sie krank machen." Und merkwürdig genug war Rosely bald darauf mit Ausschlag be= deckt, von dem sie [insertion:] nur [/insertion] eben erst geheilt ist. Sie ist 9 Tage älter als Lilian u. hat dichtes schwarzes Haar. Lilian's Haar ist goldbraun, wächst aber nur sehr langsam.

Neulich Morgen habe ich einen langen Spatzier= gang mit Bayard auf seinem Grund u. Boden gemacht. Das Laub ist jetzt fast ganz abgefallen, aber die Bäume zeigen weiter herrliches [Gerst?] u. lassen ahnen was sie im Sommer sind. Wir nennen die reizendsten kleinen Gehölze unser. Die meisten bestehen aus Eichen, zwischen ihnen aber finden sich Wallnussbäume, edle Kastanien, Tulpen= bäume u. andere südländische Bäume, an denen wilde Reben


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