Marie Hansen Taylor to Lina Hansen, November 14, 1858, p. 1 - image of
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[roman:] Hazeldell, Nov. [/roman] 14. 1858.
[roman:] Sonntag [/roman]
Meine liebste Mutter!
Die Hoffnung daß ich wieder einen
Brief von Euch erhalten würde ist bis
jetzt nicht in Erfüllung gegangen, u. ich
fange an recht ungeduldig auf Nachricht
aus der Heimath zu warten. Auch Emma B.
hat so lange sie hier ist einen Brief von
Tante Auguste erwartet u. keinen be=
kommen. Ich möchte so gern wissen wie
es bei Euch zuhause aussieht u. ganz be=
sonders wie es Emma in [roman:] Pulkowa [/roman] geht;
ich denke so viel an sie. - Wir haben seit
gestern sehr kaltes Wetter, obwohl der Him=
mel klar ist u. sind Alle ein wenig erkältet.
Bayard ist gestern auf's Neue fort um
seine Vorlesungen zu halten; s er wird dies=
mal eine ganze Woche ausbleiben. Nächsten
Sonnabend hält er eine Vorlesung in
[roman:] West Chester [/roman] (eine kleine Stadt, einige Stunden
von hier entfernt) u. wir haben ausgemacht,
daß wir dort mit ihm zusammentreffen
u. ihn vorlesen hören. Wir waren
erst vorgestern, Abends, dort um einen
andern der populären Vorleser, zu hören,
[roman:] George Curtis [/roman], ein Freund Bayard's u. Dichter.
Wir hatten viel Vergnügen von diesem
kleinen Ausflug. Das Wetter war hell u.
klar u. der Weg nach [roman:] West Chester [/roman], obwohl an
sich schlecht, wie alle Wege hier zu Lande,
führte durch reizende Gegenden, durch park=
artige Gehölze u. vorbei an netten
kleinen Landhäusern. [roman:] Curtis [/roman] war sehr
erfreut uns zu sehen u. in seiner Ge=
sellschaft gingen wir nach dem [roman:] Lokale [/roman] wo
die Vorlesung stattfinden sollte. Man hatte
zuhause mich schon geneckt u. mir gerathen
eine elegante Toilette zu machen, denn als
Bayard's Frau sei ich ein Gegenstand all=
gemeiner Erwartung u. müsse darauf
vorbereitet sein, daß aller Blicke sich auf
