Marie Hansen Taylor to Lina Hansen, March 5, 1858, p. 2 and p. 3 - image of
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aber was kann man besseres von ihm er= warten? Der Vater soll es sich nur ja nicht zu Herzen nehmen, der Mensch verdient es nicht.
Deine Mädgeverlegenheit macht mir Sorge: Ein Mädchen, die nichts versteht ist jetzt nichts für Dich. Über [roman:] Sophie's [/roman] Betragen bin ich erstaunt, ich hätte dies nicht von ihr erwartet.
Nun aber, liebe Mutter muss ich Dir schnell
erzählen, daß ich Bayard auf 8 Tage wiederhabe,
u. köstliches Frühlingswetter dazu. Ich erwartete
gestern einen Brief von ihm u. glaubte ihn
mit [insertion:] in [Lyra?] [/insertion] mit Vorbereitungen zu seiner weitern
Inselreise beschäftigt. Anstatt dessen höre ich gestern
Morgen, während ich noch zu Bette lag, schnelle
Tritte auf der Treppe u. im Salon - u. vor
mir steht Bayard Taylor! Die Ursache seiner
frühzeitigen Rückkunft war das schlechte
Wetter was sie auf Candia gehabt hatten,
u. obgleich es schön war in den letzten Tage,
traute er doch nicht u. meinte ein neuer
Sturm könnte sie Tage lang auf einer
der Inseln festbannen u. so kam er zurück
- um in 8 Tagen wieder fort nach dem
[roman:] Peloponnes [/roman] zu gehen. Ich bin aber froh daß
ich ihn wenigstens so lange wieder habe.
Seine Reise ist, das schlechte Wetter: Sturm
u. Regen; abgerechnet, eine höchst erfolgreiche
u. interessante gewesen. Das Glück hat
ihm besonders wohlgewollt indem es ihn
im [roman:] Pasha [/roman] von Candia (in Canea) einen
Mann finden ließ von europäischer Bildung
u. edlem Charakter. Sie haben sich gegenseitig
gefallen, wie Mr. [roman:] Hill [/roman] von einer frühern,
in Canea lebenden Schülerin, erfahren. Sie
schreibt: "Der Pascha hat den Amerikanischen
Reisenden aufgenommen wie einen Prinzen
u. ist ganz von ihm bezaubert." Er hat
Bayard u. seinen Gefährten Wagen u.
Pferde zur Disposition gegeben [insertion:] stellt [/insertion], ihnen
ein glänzendes Diner gegeben, einen
Firman für die ganze Insel ausgestellt,
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einen Offizier als Begleiter gegeben u. Empfehlungen an alle Notabilitäten der Insel. In [roman:] Retimno [/roman], wo der Regen sie 5 Tage aufhielt haben sie die gastlichste Aufnahme beim Gouver= neur gefunden u. in [roman:] Heracleon [/roman] (od. Can= dia), beim [roman:] Metropoliten [/roman], der ihnen trotz des Fasten die leckersten Fleischspeisen vorgesetzt hat. Ich war so froh u. glücklich über diese Nachrichten! - Das Frühjahr ist seit Sonnabend Nachmittag eingetre= ten, wo sich das Wetter ganz plötzlich ver= änderte. Welche Wonne es nach so vielen trüben, kalten, u. stürmischen Wochen war, mit einem Male die Balkonthüren öffnen u. stundenlang von der milden Frühlingsluft umfächelt zu sitzen, kann ich Dir nicht beschreiben. Seit gestern haben wir die Thüren von früh bis zum Untergang der Sonne auf u. leben folg= lich mehr im Freien als im Zimmer, wir schwelgen wahrhaft in dem himmlischen Wetter. Die Mandelbäume stehen in voller Blüthe u. überall sprosst frisches Grün u. bunte Blüthen u. Blümchen hervor. Wir sind darauf vorbereitet daß Regen kommt, vielleicht auch wieder ein oder der an= der kältere Tag, aber das schlimmste ist jedenfalls überstanden. Ich fühlte ordent= lich neues Leben seit dem Eintritt des schönen Wetters, seitdem wirklich ein heitrer Himmel über Griechenland lächelt u. bin ganz rührig geworden. Den einen Tag bin ich spatzierengefahren, den andern Tag gegangen, einen dritten bei [roman:] Hills [/roman] zu Mittag gegessen u. bis gegen 10 Uhr Abends geblieben, dann habe ich selbst= ständig eine Fahrt nach der [roman:] Phalernia= nischen Bucht [/roman] unternommen u. nur
