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Transcribe Page - Marie Hansen Taylor to Lina Hansen, January 15, 1858

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Marie Hansen Taylor to Lina Hansen, January 15, 1858, p. 2 and p. 3 - image of

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[page 2 (sheet 2, left-hand side):]

welcher 3 - 400 griechische Mädchen aus hohen u. niedern Ständen unterrichtet werden. Ihr kluges Benehmen, welches sie jeden Versuch Proselyten zu machen vermeiden ließ, hat ihnen das Wohl= wollen der Regierung bewahrt u. unzählige Familien in Griechenland verdanken ihnen auf diese Weise die in jeder Beziehung vortreffliche Erziehung ihrer Töchter. Am griech. Weihnachtsabend pflegen sie für einen kleinen Theil ihrer Schülerin, hauptsächlich für ihre Pensionäre, einen großen Tannenbaum zu brennen u. eine richtige deutsche Bescherung zu haben. Wir, sowie einige Andere waren dazu eingeladen, u. wir haben einen sehr angenehmen Abend dadurch gehabt. Es war eine wahre Herzensfreude den glückseligen Ausdruck in den Gesichtern der Kinder u. ihre Freude am Baum u. den Geschenken zu sehen. Auch wir, die Gäste, waren zuletzt bedacht u. Bayard u. ich trugen auf einige Loose 2 niedliche Bonbonieren, u. verschiedene andere Bonbons davon. Den folgenden Abend waren wir zum Thee beim engl. Gesandten [roman:] Sir Thomas Wise [/roman], dessen liebenswürdige Nichte Miss Wise, die [roman:] Honneurs [/roman] in seinem Hause macht. Die Gesellschaft war sehr animiert u. wir wur= den mit Musik, mit Charaden u. sonstigen Scherzen unterhalten. Am griech. Neujahrs= Tag, vorgestern, war Bayard auf dem großen Hofball, auf den ich verzichtete, weil ich nicht wollte daß B. mir einen Ballanzug hier, wo Alles so theuer ist, kaufen sollte (denn Du weißt, ich nahm keinen mit). Bayard musste einen griechischen Hofball sehen um davon schreiben zu können u. ich bin so froh daß er

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ging, denn seiner Beschreibung nach muss es etwas ganz Magnifiques gewesen sein. Der Ballsaal ist schöner als jeder den er bisher gesehen hat, u. die Pracht u. Schön= heit der griechischen Kostüme, beides der Männer u. Frauen war unbeschreiblich. Ich sah des Morgens in der Hauptkirche et= was davon. Um den Hof= u. Hofstaat von einem guten Platze aus zu sehen, ging ich schon um 8 Uhr dahin, in Begleitung von den 3 Grie= chinen [sic], die hier im Hause wohnen, u. hörte die höchst langweilige, im näselnden Tone abgesungene Messe mit an. Nachdem sie zu Ede, stellten sich gegen 10 Uhr allmahlig die griech. Hauptleute, die Würdenträger, das diplomatische Corps etc. ein. Gegen die europäischen Uniformen stachen um so vortheilhafter die griechischen Trachten ab, die übrigens eines solchen Hintergrundes gar nicht bedürfen, sond denn sie gehören zu der schönsten u. malerischesten Kleidung der Erde. Die Pracht der Farben, meist Schar= lachroth od. Blau, u. die der Gold= u. Silbersti= ckerei ist kaum zu beschreiben, dazu ihre stolze, fürstliche Haltung, ihr hoher kecker Gang, ihre großen schlanken Gestalten u. ihre schönen männlichen Gesichtszüge. Wenn man sie so sieht, meint man sie seien das herrlichste Volk der Erde, aber ach! leider stimmen ihre Thaten nicht mit ihrer äußern Erscheinung überein. Ich sah mehrere der berühmtesten Griechen = Häuptlinge in der Kirche, meist Greise doch nicht vom Alter gebeugt, mit zurück gestrichenem Haar, das bis zum Gürtel hinabwallte u. von Gold u. Silber strotzend: sie alle sind wenn es die Umstände mit sich bringen, in ihren heimathlichen Bergen eben so viele sengende, brennende u. mordende Räuberhaupt= leute. Um 10 Uhr erschien der König u. die Königin, beide in griechischer Kleidung. Sie


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