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Transcribe Page - Marie Hansen Taylor to Lina Hansen, January 4, 1858

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Marie Hansen Taylor to Lina Hansen, January 4, 1858, p. 2 and p. 3 - image of

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nur beim [roman:] Diner [/roman] erscheint u. dann eine sehr gesprächige u. liebenswürdige Wirthin ist, ist eine geborne Hamburgerin, die übrige Gesellschaft besteht aus Griechinnen, die ihrer Gesundheit wegen sich den Winter über in [roman:] Athen [/roman] aufhalten u. weder sehr jung noch besonders schön sind, u. einem Serbier mit Frau u. Kind. Die Frau trägt sich serbisch u. hat, obwohl nur die Frau eines Kaufmannes, brillanten = Gehänge im Ohr, die jede Fürstin ihr neiden würde. In unserm kleinen Salon haben wir uns so comfortable wie möglich eingerichtet u. die Zeit geht uns unter Schreiben u. Lesen u. Spatzieren gehen u. Plaudern sehr schnell u. angenehm hin. Bayard hat auch seine [roman:] Aquarelle [/roman] wieder vorgenommen u. ich habe angefangen Studien in der griechischen Sprache zu machen wobei mir Vater's Gramatik [sic] u. Bayard's gutes Gedächtniß helfen muß. Das ungefähr umfasst unser tägliches Treiben. - Die ersten Tage in [roman:] Athen [/roman], die noch von dem schönen, sonnigen Wetter begünstigt waren, welches uns auf unserer ganzen Reise von [roman:] Triest [/roman] aus begleitete, haben wir fleißig be= nutzt um die Reste des classischen Alterthums aufzusuchen u. zu bewundern. Man hat sie bald alle gesehen, so wenige sind ihrer, aber diese spärlichen Überbleibsel einer großen Zeit gehören zu dem herrlichsten, was je des Menschen Geist in Stein geformt u. überbietet an wunderbarer Schönheit die ganze Ruinenwelt Roms. Wenn [insertion:] uns [/insertion] den ersten Tag die 16 noch stehenden korinthischen Säulen des Tempels von [roman:] Jupiter Olympos [/roman] in Entzücken versetzten, so stieg dieses des andern Tages noch beim Anblick des fast vollständig erhaltenen [roman:] Theseustempels [/roman], würde aber in stumme Bewunderung, ja ich möchte sagen Andacht, verwandelt, da jam= mervolle Trauer sich beimischte, als wir oben standen auf der hohen Burg der [roman:] Akropolis [/roman] u. im Angesichte des göttlichen

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[roman:] Minerventempels [/roman] [superscript in pencil:] Pallas Athene [/superscript in pencil], des [roman:] Parthenon [/roman], der mitten auseinandergebrochen, beraubt u. verstümmelt, doch immer noch so hoch u. hehr, so voll Hoheit u. Ernst u. doch so leicht u. heiter auf der höchsten Erhöhung des Felsenhügels thront.

Eine andere Schönheit, die uns nicht minder entzückt liegt in der [roman:] Athen [/roman] ringsumgebenden Landschaft, die aus Ebene, u. Hügeln u. Bergen von wunderbar herrlichen Formen besteht. Nach Westen hin sieht man die silbern glän= zende Fläche des [roman:] Ägäischen [/roman] Meeres mit den bläulichen Zacken der Sa Inseln [roman:] Salamis, Ägina u. Hydra [/roman] u. dem Festland des [roman:] Pelopones [/roman]. Von unserm Balkon aus haben wir die Aussicht rechts nach der Ebene mit dem Olivenhain der [roman:] Akademie [/roman], begrenzt von dem Höhenzug des Corydallus; links nach dem königlichen Palais, das sich auf der violetten Wand des [roman:] Hymettus [/roman] absetzt u. gerade vor uns erlaubt uns die Einbiegung in eine Straße den größten Theil der [roman:] Akropolis [/roman], mit den weit über= stehenden Säulen des [roman:] Parthenon [/roman] zu sehen, nebst dem nicht weit davon liegen= den [roman:] Nymphentempel [/roman] [superscript in pencil:] Nymphaeon [/superscript in pencil] auf dessen Felsengipfel sich die neue, von Baron Sina erbaute, Sternwarte erhebt. Die Stadt [roman:] Athen [/roman] selbst ist im Entstehen begriffen u. besteht bis jetzt, die beiden sich durchschneidenden Hauptstraßen ausgenommen, aus wer= denden Straßen u. Plätzen u. einem Gewirre der niedrigsten, erbärmlichsten Hütten, unter die sich Trümmer= u. Schutt= haufen, von der Revolution herstammend, mischen.

Bis jetzt haben wir die Bekanntschaft von zwei Amerikanischen Familien gemacht, die

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