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[page 4:]
seit langer Zeit hier ansässig sind u.
von deren Umgang wir uns große
Annehmlichkeiten versprechen dürfen. Heute
Abend gehen wir zu Mr. King der Consul
u. Missionar ist zum Thee, u. morgen
um den griechischen Weihnachtsabend zu
feiern zu Mr. Hill, der Prediger u.
gleichfalls Missionar ist. Der letztere
hat uns ungemein gefallen, er erinnert
durch den Ausdruck seines Gesichtes u.
sein Wesen sehr an [roman:] Dr. Schwartz [/roman], nur
daß er viel älter ist als dieser. - Das
ist so ziemlich alles was ich Dir bis jetzt
von [roman:] Athen [/roman] zu erzählen wüsste u.
nun zu Euch, in die neue Sternwarte,
wo ich so viel mit meinen Gedanken
weile u. mich ohne Mühe hin zu versetzen
vermag. Über die Auszeichnung die dem lieben
Vater zu theil geworden ist, habe ich mich
innig gefreut, die Decoration muss
ihm prächtig stehen u. kann keine
würdigere Brust zieren. Gern möchte
ich auch schon wissen wie ihr das Weihnachtsfest
verlebt habt - hoffentlich etwas heiterer als
Du fürchtestest; Ida's Ball wird jedenfalls Glück=
seligkeit bei ihr hervorgerufen haben. Sage
ihr daß ich das nächste Mal jedenfalls einen Brief
von ihr erwarte. Die armen Herrmanns
thun mir entsetzlich leid! Campana's Ver=
haftung, die mir eine Art heimlicher Genugthuung
verschaffte, hatten wir bereits in Triest durch
die Zeitung erfahren. Ihn ereilt die Gerechtig=
keit des Himmels. - Sind keine Zeitungen
weiter angekommen? u. hat Vater wohl zufallig auf
in der einen, die er hierher schickte die Annonce
unserer Verheirathung gelesen, u. die darauf folgen=
de Beschreibung des uns zu Ehren in New - York statt
gehabten [roman:] Diner's [/roman]? In 3 Zeitungen hat von demselben
gestanden von zwei Dichtern verherrlicht. Erzähle
mir in Deinem nächsten Briefe von Buflebs, Geheim=
raths u. Leopold Brauns, vor Allem aber recht viel von
Dir, dem Vater u. den Kindern. An Emma u. Wilhelm
schreibe ich in diesen Tagen. Du sagst mir nichts von Deiner
Gesundheit. Grüße Alle herzlichst u. lass' mich nicht gar
[margin:] so lange auf einen Brief warten. Wir können es gar nicht begreifen, [/margin]
[page 3, margin:] daß Ida noch keinen Brief von Emma H. erhalten hat. Meinen [/page 3, margin]
[page 2, margin:] früheren Brief von [roman:] Athen [/roman] hast Du doch bekommen. Bayard lässt Euch Alle [/page 2, margin]
[page 1, margin:] tausend Mal herzlich grüßen. Gott behüte Euch! Mit inniger Liebe Deine T. Maria.
Wenn Du Deine Briefe Mittwoch vor 12 Uhr in Gotha aufgiebst, so sind sie Sonna= bend in Triest u. den darauf folgenden Donnerstag in unsern Händen. [/page 1, margin]
