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Transcribe Page - Theodor Engelmann to Margarethe Hilgard, January 21, 1837

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Theodor Engelmann to Margarethe Hilgard, January 21, 1837, p. 4 - image of

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[page 4]

wir gegen die Slaverei sind hier noch wenig oder gar nicht erörtert u. ich glaube, daß jemand, der der Sache gewachsen wäre, mit gehöriger Vorsicht diese Gründe behandeln könnte, ohne der Wuth des Volkes zu begegnen. Stille muß man allerdings sein, wo schon eine Auf- regung herrscht. Ich glaube übrigens nicht, daß Belehren u. Predigen einigen Erfolg versprechen. Wo das Privatinteresse so sehr im Spiele ist, wie bei der Sklavenfrage, namentlich in den einzig durch die Schwarzen reichen südlichen Staaten, den fallen die Gründe auf taube Ohren. Ich muß jedoch hinzufügen, daß wir selten eine Unterhaltung über diesen Gegenstand schließen, ohne daß man uns sagt, wir seinen zu gut oder zu wohldenkend; und daß, seitdem ich in St. Louis bin, ich sehr selten nur Ursache hatte, über rohe oder harte Behandlung der Sklaven mich aufzuhalten. Wenn es nicht Sklaverei wäre, so wären deren Loos vielleicht viel besser als das von Millionen unserer freien Landsleute. Der Amerikaner der oberflächliche Mensch, der Wenig Werth auf Prinzipien legt, oder gar nicht weis, was das ist, vielmehr alles faktisch nimmt, wie es sich gibt, stützt sich darauf, u. benutzt diese empfindliche Blöse gegen uns, wenn er hört, daß so viele weiße Leute in Europa nicht nur nicht so gut gekleidet sind, als die Sklaven, sondern im ganzen Jahr so viel Fleisch kaum zu essen haben, als diese in einem Tag. Den Sklaven ist hier ebensoviel überlassen, u. vielleicht mehr, als Knechten und Mägden in Europa; das Ärgste in meinen Augen liegt darin, daß gar nichts gethan wird, um sie von der widrigen Nähe der Bildung, auf der sie stehen ( u. stehen müssen), zu erheben; u. daß Sklaven sehr häufig Kinder ihrer eigenen Herren sind! Die große Frage wird auch im jetzigen Kongreß wieder vorkommen. J.H. Adams hat ein Bild zur Abschaffung der Sklaverei im Distrikt Columbia vor- gelegt - das ganze Haus gerieth dadurch in große Verwirrung! Näheres haben wir noch nicht erfahren.- Ich wollte dir Einiges von den Amerikanern erzählen, bin aber etwas von der Sache abgekommen, u. jetzt da ich wieder darauf zu- rückkommun will, finde ich erst, daß wenn ich von Handel u. Politik absehe sich mir nur ein sehr beschränktes Feld zur Betrachtung bietet. Der Amerikaner lebt wenig in seinem Hause oder in seiner Familie, ihm fehlt der gemüthliche Sinn, der dem Familienleben Reitz verleiht; dabei ist derselbe aber ein angenehmer unterhaltender Gesellschafter, u. ein sehr verträglicher Mensch. Er nimmt wenig Rücksichten, obgleich er nie gegen Anstand oder Höflichkeit anstößt, u. verlangt gar keine. Man kann Tage lang sich mit ihm diszutieren, ohne daß er sich ereifert oder er zürnt, oder auch nur den Ton seiner Stimme hebe oder ändere; daher (?) er sehr oft kommt, denn er oft glaubt, die Deutschen hätten Streit u. ständen im Begriff, sich an den Köpfen zu nehmen, wenn sie irgend einen interessanten Gegenstand in größter Freundschaft verhandeln.


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