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Transcribe Page - Heinrich Haas to Eugen Klee, January 14, 1900

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Heinrich Haas to Eugen Klee, January 14, 1900, p. 5 - image of

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[page 5]


wesen. Das letzte sprachen wir von dem Liede: "Über 8 Jahr mein Schatz"; es meinte, das Lied würde sich ja als Preislied ganz gut eignen, weil es so sehr schön sei, ich habe es auch geübt. Ich bemerkte, daß die Komposition von Zander auch eine andere sei, als die von mir eingeübte; ich merkte, daß mein Malchen eingeschlummert war; ich saß vielleicht noch 10 Minuten bei ihm und fing an wieder neue Hoffnung zu schöpfen; auf einmal sank der Kopf leise und langsam aus der Hand herab auf die Denke, der Arm neigte sich ein wenig zur Seite, blieb aber aufgestützt stehen. Ich wollte es wieder aufrichten; als ich nach der Stirne griff, spürte ich kalte Schweißtropfen, ich sagte ganz leise, Malchen komm, setz dich wieder auf, so kannst du nicht liegen; ich erhielt keine Antwort; als ich dann zugriff und es aufrichten wollte, hatte ich mein Lieb tot in den Armen. Ich stand wie versteinert; ich konnte nicht mehr rufen; den Augen- blick kann ich Dir nicht schildern; der Schreck hatte mich vollständig gelähmt. Die Turmglocke schlug gerade 3 Uhr, da bette ich mein Lieb sanft nieder, bog ihm den Arm, der ganz gelähmt und steif war, sanft nieder und drückte ihm die Augen und den Mund, die ein klein wenig geöffnet waren, sanft zu. Ein langer Kuß auf die bleichen Lippen war der Ab- schied für immer. Dann weckte ich mein Eugenchen, nahm es auf den Arm und trug es zu seinem toten Mütterlein. Das Weitere erlaß mir. -

Ein Herzschlag hatte meinem armen Lieb ein Ende gemacht. Sanft wie ein Blättlein vom Baume fällt hat mein Lieb geendet; es ist sanft eingeschlummert, wie das Blümlein im Herbste, das vom Reif geknickt zur Erde fällt; ohne Laut, ohne Zuckung. Malchen hat von seinem Tod nichts em- pfunden. Nie hat es vom Sterben gesprochen, auch nicht ein einziges Mal; es wußte gar nicht, wie schlimm es um es steht; immer hat es Hoffnung gehabt, wieder gesund


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