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er werde in dieser Winterszeit wohl viel zu thun haben.
1/2 Stunde saß er am Bett und unterhielt sich mit Malchen,
das ganz munter war; ich fuhr mit dem Arzt nach Meisenheim,
holte frische Arzneien, Jodpflaster und einen Gummi-
ring, weil sich Malchen etwas aufgelegen hatte. Ich frug
den Arzt, wie lange, denn der Zustand von Malchen noch dauern
könne, er sagte, es könnten noch Monate vergehen. Als
ich von Meisenheim zurückkam, half mir meine Mutter,
Malchen das Pflaster auflegen, es stieg allein aus dem
Bette heraus, verrichtete seine Notdurft und stieg auch
wieder allein ins Bett; als ich es stützte, sagte es, glaubst Du, ich
sei so schwach. Als es auf dem Gummiring saß, freute es sich sehr
und war recht heiter, es hat überhaupt seinen Humor nie verloren.
Ich lebte wieder neu auf und dachte, Ärzte sind Menschen und
können auch irren. Wir unterhielten uns noch von unserem
Garten hinter dem Hause, dem wir am Frühjahr in einen Zier-
garten umwandeln wollten. Meine Mutter brachte eine
Tasse Milch und ein Ei, was Malchen noch zu sich nahm; das war
gegen sieben Uhr; ich legte mich nun auf mein Bett, das neben
Malchens Bett stand, weil Malchen eingeschlafen war. Um 9 Uhr gab
ich ihm zu erstenmale von der neuen Arznei, darauf verspürte
es auf der Brust eine große Erleichterung, weil das Athmen etwas
leichter war, um 11 Uhr erhielt es den zweiten Löffel voll und um
1 Uhr den dritten; als ich ihm diesen gegeben hatte, sagte es, Du
glaubst gar nicht, wie mir die Arznei auf der Brust so leicht macht, setz
dich ein bißchen her zu mir. Ich setzte mich auf den Bettrand und
schlang den Arm um seinen Nacken; es saß im Bett und
hatte den Kopf auf den rechten Arm gestützt. Wir sprachen noch
von Deinem Fußbad, das es am nächsten Tage nehmen wolle, von
Deinem 30. Geburtstag und von dem Zeitungsartikel darüber; es
sprach noch von Deinem Briefe, den Du einstens aus dem Lazarethaus
Germersheim geschrieben hättest, wie Du vor Hunger an dem Nachttisch
genagt hättest und doch seist Du ein strammer Einjähriger ge-
