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bin, wirst Du begreiflich finden. Aber den letzten
Pfennig hätte ich geopfert, wenn ich mein Malchen
hätte retten können. Die Hilfe hätte ich aus den Wol-
ken herab geholt, wenn es solche für es gegeben hätte.
Was ich geleistet habe die langen Winternächte seit Septem-
ber ist übermenschlich. Am 25. September trat bei Malchen
wieder große Schwäche mit heftigem Auswurf ein.
Ich ließ sofort den Arzt wieder kommen, er constatierte,
daß der Zustand bedenklich sei, weil der linke Lungenflü-
gel ganz und auch der rechte bis zu einem Drittel ange-
griffen sei. Alle angewandten Mittel waren erfolglos.
Malchen welkte immer mehr zusammen, trotz es stets
noch guten Apetitt hatte und reichlich Milch, Eier und
Wein zu sich nahm. Die Fiber wurden immer
heftiger. Am 10. Januar, abends, war der Arzt zum letzten
Male hier. Er verschrieb für Malchen ein Erleichterungs-
mittel, denn er sah ein, daß der heimtückischen Krank-
heit kein Einhalt zu leisten sei; er wollte sein Loos
wenigstens erleichtern. Malchen scherzte noch mit
dem Arzt, er möge doch endlich ernst machen, daß es
endlich einmal aus dem Bett komme; es frug
ihn, wie lang es denn noch liegen müsse und sagte
