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bereitete, zum ersten Male vom Arzt untersuchen lassen.
Derselbe erklärte mir, daß Malchen die Lungenschwind-
sucht besitze und daß eine ruhige Lebensweise, ein
gutes, kräftiges Essen, fleißiges Spazierengehen im
Walde dringend geboten sei. Ich habe dieses alles
befolgt. Die feinsten Weine habe ich gekauft, jeden
Tag frisches Fleisch holen lassen, Wurst habe ich stets
die feinsten Sorten aus Kreuznach schicken lassen.
Ausflüge nach allen Richtungen haben wir gemacht,
alles um Malchen neu zu beleben. Als vor einem
Jahr die hiesige Lehrerstelle frei geworden ist, habe ich
mich hierhergemeldet, um Malchen das Treppen-
steigen zu ersparen, weil die hiesige Wohnung
ganz ebener Erde ist. Ich habe auf meine Kosten
das hiesige Schulhaus, resp die Lehrerwohnung, zur
Bequemlichkeit Malchens herrichten lassen. Das
alles hat mich schweres Geld gekostet; kein Geld war
mir ans Herz gewachsen, wenn es galt, zu Malchens
Gesundheit und Bequemlichkeit beizutragen.
Daß bei solchen riesigen Ausgaben der geringe Lehrer-
gehalt nicht ausreichte und ich deshalb in meinen
Vermögensverhältnissen sehr zurückgekommen
