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[page 3] Lieber Eugen! Laß lieber anderen den Ruhm der Dichtungen und suche Vorteil in andern Sachen. Ein wirkliches Glück haben die großn Dichter doch nicht gehabt, wie Du durch die Musikzeitung ersehen kannst - und ihre Liebschaften brachten nur geteuschte Hoffnungen. Wer die Gunst der Eltern, durch bescheidenes und achtungsverdientes Betragen, nicht erlangen kann - macht sich, seine Geliebte und deren Eltern unglücklich. Durch die Gunst der Eltern / besonders wenn es die Mutter haben will / sind alle Banden gelöst, die Vermögensfrage kommt in den Hintergrund - und die Hand der Geliebte ist erreicht. Wie viel Vorsicht bei solcher wichtigen Frage nötig ist, kann ich Dir nicht beschreiben. Die mei- sten haben sich getäuscht - und viele wollten sich nicht täuschen lassen. Diesen Punkt muß ich Dir allein überlassen - nach Deinem Ermessen zu handeln; aber aus Mitleid eine zu wählen, davon rate ich ab, denn Undank ist gewöhnlich der Lohn. Bevorzuge in Gesellschaft keine Dame, denn dies gibt Neid und Ergerniß und kann Dir Rivalen auf den Hals locken - es kann Dir kein Nutzen bringen, aber vielleicht große Ungunst, Verleumdungen und Verdächtigungen und Un- annehmlichkeiten aller Art. Bleibe wie bisher und alles wird gut gehen. Bleibe mit anderen Dirigenten auf gutem Fuß, so wie mit Deinen Vereinen. Nehme jeden wie er ist und nicht wie er sein soll, so wirst Du das kommende Fest zum
