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Transcribe Page - Eugen Haas to Eugen Klee, April 13, 1928

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Eugen Haas to Eugen Klee, April 13, 1928, p. 3 - image of

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[Page 3 = letter page 2]

und ist auch sonst in der Kirche ein tüchtiger liberaler Geistlicher. Herr Pfarrer Reber ist pensioniert und hat sich ein Haus in Neckargemünd bei Heidelberg gebaut. Die Pfarrei Bellheim wird durch einen Pfarrer neu besetzt, so daß Herr Waffenschmidt leider nicht bleiben kann, was wir sehr bedauern. Unsere Feier klang aus mit dem Deutschland= lied. Von den Schülern, die aus der Schule entlassen wurden, erhielt ich als Zeichen ihrer Liebe und Anhänglichkeit ein vernickel= tes Likörservies. Das hat mich sehr gefreut.

An Ostern saßen wir gerade am einfachen Mittagstisch, als Euer lieber Einschreibebrief ankam. Messer und Gabel ruhten und wir hatten unsere große Freude an dem lieben Osterge= schenk, mehr noch aber an dem lieben Briefe mit der Aner= kennung, daß in mir eine völlige Umwandlung vorge= gangen und eine ruhigere Betrachtungsweise der Weltdinge Platz genommen hat. Es war uns der liebste Ostergruß, diese Anerkennung unseres Strebens nach besserem Menschen= tum. Gerade unser Unrecht, das wir Euch zugefügt hatten in einer Zeit, wo Bitternis und Zweifel am edelen Menschen= tum in mir kämpften, hat uns zur Besinnung gebracht. Und mein Verhalten gegen Euch bei Euerem Abschiede war ein letztes Aufbäumen meiner seit Jugendtagen gequälten Seele.



und ist auch sonst in der Kirche ein tüchtiger liberaler Geistlicher. Herr Pfarrer Reber ist pensioniert und hat sich ein Haus in Neckargemünd bei Heidelberg gebaut. Die Pfarrei Bellheim wird durch einen Pfarrer neu besetzt, so daß Herr Waffenschmidt leider nicht bleiben kann, was wir sehr bedauern. Unsere Feier klang aus mit dem Deutschland- lied. Von den Schülern, die aus der Schule entlassen wurden, erhielt ich als Zeichen ihrer Liebe und Anhänglichkeit ein vernickel- tes Likör[?]servies[/?]. Das hat mich sehr gefreut.

An Ostern saßen wir gerade am einafchen Mittagstisch, als Euer lieber Einschreibbrief ankam. Messerund Gabel ruhten und wir hatten unsere große Freude an dem lieben Osterge- schenk, mehr noch aber an dem lieben Briefe mit der Aner- kennung, dass in mir eine völlige Verwandlung vorge- gangen und eine ruhigere Betrachtungsweise der Weltdinge Platz genommen hat. Es war uns der liebste Ostergruß, diese Anerkennung unseres Strebens nach besserem Menschen- tum. Gerade unser Unrecht, das wir Euch zugefügt hatten in einer Zeit, wo Bitternis und Zweifel am edelen Menschen- tum in mir kämpften, hat uns zur Besinnung gebracht. Und mein Verhalten gegen Euch bei Euerem Abschied war ein letztes Aufbäumen meiner seit Jugendtagen gequälten Seele.


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