Anna Oppenheim and Adolph Oppenheim to Margarethe Raster and Hermann Raster, January 23, 1884, p. 2 - image of
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Du diesmal Raster, der es doch sehr gut versteht und der zu=
verlässigen Frau Hansen überlassen sollen, Deine Hauptpflicht
war jetzt, Dich ruhig zu verhalten und zu schonen. Ich will
nur wünschen, mein geliebtes Kind, daß bei der guten Pflege,
die Du hast, Du Alles recht bald überwinden mögest, dann aber
- Ruhe, mein Herz, laß ja den Carneval stille vorüber
gehen und mache weder Maskenbälle, noch sonstige Scherze
mit. Nach meiner Ansicht brauchst Du kein anderes Ver=
gnügen, als des Abends in Deinem schönen, behaglichen
Hause mit Mann und Kindern zu sitzen und Dich mit
ihnen zu unterhalten, dann, wie jede solide Bürgersfrau
thun soll, um zehn Uhr zu Bett zu gehen und Dich tüchtig
auszuschlafen, dann wirst Du sicher bald wieder frisch
und gesund und mein altes, heiteres Gretchen sein.
Wenn ich nur erst wieder so glücklich wäre, einige Zeilen von Deiner lieben Hand zu erhalten, dann will ich wieder froh sein, denn jetzt, mein geliebtes Kind, bin ich Deinetwegen, da ich weiß, wie leichtsinnig Du mit Deiner Gesundheit um=
