Margarethe Raster and Gertrud Oppenheim to Anna Oppenheim, April 21, 1872, p. 3 - image of
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Garderobe denken, da ich jetzt buchstäblich
nur ein Kleid besitze. Nur! mit der Näh=
maschine geht das Alles rasch zu fertigen.
Mit meinen vielen Kleidern ist es
rasch zu Ende gegangen und sind mir
nur dies seidenen Anzüge, aber mei=
stens in jetzt nicht mehr brauchbarer
Form geblieben. Leibwäsche (d. h.
Hosen und Röcke) habe ich mir neulich
recht hübsch gekauft, natürlich Alles
[roman:] [shirtrig?] [/roman], da man bekanntlich hier
kein Leinen trägt. Ich gehe jetzt, wie
Du siehst ziemlich viel aus, ja
bleibe nur höchst ungern im Hause,
wenn es schlechtes Wetter ist. Eine
Art nervöse Unruhe; Überbleibsel
meiner Krankheit; beseelt mich
fortwährend, hin und wieder habe
ich noch einen jener gräßlichen An=
fälle, aber höchstens alle 4 - 5 Wochen
ein Mal und so läßt sich's doch
ertragen. Ich werde Stahlbäder
