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wie Mathildes u. Gertruds Rückreise, vielleicht einer kleinen Erholungsreise im
Sommer und Vervollständigung der Einrichtung (Klavier, Kleider, Nähmaschine pp) geben.
Zu einer Verlängerung des Contrakts um 5 Jahre, welche Hesing wünscht, habe ich
mich noch nicht verstehen wollen, da die fortwährende Sehnsucht meiner Frau nach
Deutschland (das Gespräch mag anfangen, wo es will, es endet immer mit
[roman:] Gretchens [/roman] Schwärmerei über "was wir thun wollen, wenn wir erst in Deutsch=
land sind") mich in fortwährender Unsicherheit und Unschlüssigkeit hinsichtlich mei=
nes Lebensplans für die Zukunft erhält. - Vielleicht wird sich bei [roman:] Gretchen [/roman], nachdem
wir wieder in geordnete Verhältnisse u. eine behagliche Häuslichkeit eingelebt sind und
wenn sie sich eine Zeit lang der vollsten Gesundheit erfreut hat, mehr Anhänglichkeit
an [roman:] Chicago [/roman] und der Gedanke, daß dann doch hier ihre Heimath ist, entwickeln.
Auf große Regelmäßigkeit des Briefwechsels von unserer Seite darfst Du in den nächsten zwei
Monaten, wo wir mit Umzug und Einrichtung beschäftigt sein werden, nicht rechnen.
Überrascht haben mich Deine Pläne in Betreff einer Übersiedelung nach Leipzig. Davor möchte ich Dich doch warnen. Die Misére der Leute, die auf Meßfremde ange= wiesen sind, um ihre Miethen zu bezahlen, kenne ich. Ihr würdet Euch dort im höchsten Grade fremd und unbehaglich fühlen. Warum nicht, wenn Ihr von Zerbst fort wollt, nach einer kleinen Stadt in Thüringen? Etwa nach Arnstadt, Rudolstadt (wo wir, wenn ich nicht irre, noch eine Cousine von väterlicher Seite haben) oder Eisenach? Indessen kann ich natürlich von hier aus keinen Rath geben. - Bemerken will ich nur, daß Du selbstver= ständlich über das, was nach Bezahlung des Bildes von den 200 Thalern noch übrig ist, als über Dein unbeschränktes Eigenthum verfügen wirst. Das Bild will ich allenfalls in Anbetracht der sonst schon so großen Ausgaben für Mathilde als Geschenk von Dir annehmen
