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Transcribe Page - Hermann Raster to Anna Oppenheim, June 10, 1870

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Hermann Raster to Anna Oppenheim, June 10, 1870, p. 4 - image of

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selbst auf meinen Office, um mir anzuzeigen, daß es Zeit für mich sei, nach Hause zu gehen. Ich brach schnell meine Arbeit ab und als ich um 6 Uhr nach Hause kam (die Entfernung von meinem Geschäftslokal nach dem Hause ist kaum 100 Schritt weniger, als die vom Halle'schen nach dem Oranienburger Thor in Berlin und ich brauche dazu 25 Minuten), fand ich Gretchen in Wehen, die etwa alle zehn Minuten eintraten. Von da bis 2 Uhr heute früh, acht Stunden, bin ich nicht von ihrer Seite gewichen und habe ihr ihre Schmerzen so erträglich gemacht, als es der Natur der Sache nach, möglich war. Ich bin vollkommen gewiß, daß Sie, liebe Mama, nicht mehr und, ich darf es wohl sagen, schwerlich so viel hätten thun können, um Gretchen ihre schwere Prüfungsstunde zu erleichtern, denn Ihre physische Kraft würde gegen das furchtbare Seelenleid, welches der Anblick von Qualen bereitet, die man vergeblich zu theilen wünscht, wohl kaum Stand gehalten haben. Erst gegen 11 Uhr hier ward es mir klar, daß trotz der unablässigen Versicherung der in jeder Beziehung ausgezeichneten Hebamme (sie hat in München die große goldene Medaille für vorzügliche Leistungen in der Geburtshülfe erhalten), es sei Alles in Ordnung, die Lage des Kindes vollkommen richtig, doch irgendwo ein Haken sein müßte, denn der Kopf des Kindes war bereits so nahe herausgetreten, daß man es an den Haaren ziehen konnte, wankte und wich aber nicht bei allen Wehen. Der nun herbeigerufene Arzt constatirte, wie schon gesagt, eine zu große Enge des Schambeines und erklärte,


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