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sein würde, Marien nicht in eine orthopädische
Anstalt zu thun. Wenn Euer Arzt sagt, er wisse
nicht, daß solche Anstalten je Gutes geleistet hätten, so ist
er entweder ein grober Mann Ignorant, oder
ein Mensch von schamlosem Leichtsinn, der eher
Frechheit zu heißen verdient. Von solchem Leichtsinn, den
in Bezug auf Dich unser Vater hatte, bist Du, liebe
Schwester, unglücklich geworden: - soll Marie dasselbe
Recht erhalten, welches Du hast, später sagen zu können,
daß ihr Unglück hätte vermieden werden können?
Erinnere Dich an Luise Friedel. Diese hatte ganz
denselben, anscheinend unmerklichen Fehler, wie Du;
aber sie ward bei Zeiten in die orthopädische Anstalt
gethan (ihr Vater versuchte vergebens unsern Vater
von der Sträflichkeit seines leichtsinnigen Unglau=
bens zu überzeugen) und Du siehst, was die Folge
gewesen ist. Nenne doch Eurem Arzt diesen Fall,
wenn er wieder einmal in süffisanter Anmaßung
über jene Anstalten spricht, die viele Tausende zu
segnen Grund haben. - Bei Marie, fürchte ich, ist
die Gefahr besonders groß, denn es mag dieselbe
Erblichkeit zu Grunde liegen. Du weißt, daß derartige
Körpergebrechen ebenso wohl wie Körpervorzüge so
häufig, um fast eine Regel daraus zu machen, eine
