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Transcribe Page - Hermann Raster to Sophie Raster, January 21, 1868

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Hermann Raster to Sophie Raster, January 21, 1868, p. 3 - image of

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drüben sehr gesunken, während meine Anforderungen an eine behagliche Existenz zwar nur allmählich, aber doch sehr bedeutend, gestiegen sind.

Doch, ich bin Dir noch das Gegenstück zu der Preisliste schuldig, die Du mir aufgestellt hast. In dem Artikel, zu welchem ich dieselbe benutzt habe, wirst Du die allge= meine Bemerkung gefunden haben, daß Eure Zerbster Preise höher, als unsere in Chicago sind. Ich will Dir nun die hiesigen, in deutsche Währung u. deutsche Maße übersetzt, hersetzen. Bevorworten will ich, daß bei einem Goldagio von 40%, wie es seit zwei Jahren hier mit geringen Schwankungen bestanden hat, unser Dollar (zu 100 Cent) genau den Werth eines preußischen Thalers hat mein [insertion:] baares [/insertion] Einkommen also [insertion:] abgesehen von dem jährlich wechselnden Kapital Antheil [/insertion] ungefähr 350 rt. per Monat beträgt. - Miethe, Gas, Heizung und Dienstmädchen sind theuer, sehr theuer nach Zerbster Begriffen. Ein Haus, wie ich es vom nächsten 1. Mai an haben will (das jetzige ist mir zu groß) wird nicht unter 600 Thaler jährlich zu haben sein - vielleicht 700. - Gas ungefähr 40, Holz u. Kohlen etwa 110 Thaler. Das Dienstmädchen erhält 13 Thaler monatlich, macht 156 im Jahre. Freilich leistet sie dafür auch mehr als zwei deutsche Dörflerinnen. Sie ist die Tochter eines anständigen Bürgers aus Meiningen, gut erzogen, fleißig, häuslich, ein durchaus anständiger u. gesitteter Umgang für Mathilde, mit der sie Abends zusammen deutsch oder englisch liest, spielt, näht pp. Sie besorgt die ganze Küche, die ganze Wäsche (man wäscht hier alle acht Tage und alle Stücke werden gebügelt, - nicht gerollt), hält Haus, Teppiche, Fenster pp rein, kurz ist Köchin, Stubenmädchen, Waschfrau, u. Kammerjungfer und Gespielin für Mathilde in Einer Person. Ich sage das, damit Du nicht etwa denkst, daß man hier solchen Trampelthieren, wie 9 unter 10 Dienstmädchen in Deutschland sind, einen Lohn gebe, so groß, wie zu meiner Zeit der Gehalt eines [Thorschiebers?] war. Man zahlt in Amerika sehr hohe Löhne, aber nur für die beste Qualität von Arbeit; schlechte Qualität kann man gar nicht gebrauchen. - Zu Weihnachten hat unser Mädchen unter anderen Dingen ein Exemplar des Taschenbuchs "Cornelia ", so wie Auer= bachs Dorfgeschichten und zwei Spindler'sche Romane erhalten, - was nebenher noch die gute Wirkung hat, daß es sie vollends häuslich macht und von allem Wunsche, des Abends zu ihren Eltern zu gehen (was ihr sonst nicht zu wehren ist) befreit. Die Bücher selbst, - das sei in Klammern bemerkt, kosten mich nichts, da sie mir (es sind zum Theil amerikanische Nachdrucke) als Rezensions=Exemplar geschickt werden.

Allein um wieder auf den Haushalt zurückzukommen: Rechne also für Wohnung, Heizung, Licht u. Bedienung 1000 rt. ab; für Schul= u. Klavierunterricht für Mathilde 120, für Steuern 80 der 100; bleiben [roman:] netto [/roman] noch ungefähr 3000 pro Jahr. Einen besten Appetite, und wenn wir alle Leckerbissen, die zu haben sind, genießen, können wir hier davon für Küche und Keller keine 1000 Thaler aufbrauchen. Folgendes sind die Preise, wie sie diesen Winter hier gelten: Weizen der Scheffel 3 Thaler, Roggen 2 3/4 Thaler,


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