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Transcribe Page - Hermann Raster to Askan Raster, May 14, 1852

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Hermann Raster to Askan Raster, May 14, 1852, p. 3 - image of

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Je härter die erste Schule ist, desto besser & desto wirksamer fürs ganze Leben. Ich wünschte nur unsere deutschen Stuben= helden hätten erst alle dieselbe Schule durchgemacht wie ich; sie würden manche Blase in die Hände aber auch manches Fenster in den Kopf bekommen haben.

Wenn man denn so allmählig mit seiner europäischen Weise ans Ende kommt, der Beutel immer mehr zusammen= schrumpft u. noch gar keine Aussicht auf eine passende Be= schäftigung sich findet, da übermannt Einem gewöhn= lich das sog. „grüne Fieber“ eine Art moralischen Katzenjammers, der ebenso wie die Seekrankheit für einen unbetheiligten Zuschauer höchst possierlich anzu= sehen ist. Da glaubt man sich so bitter enttäuscht! Ach man möchte so gern nach Hause zurück, wenn man nur die Mittel dazu hätte; man fängt an über Amerika zu schimpfen wie ein Rohrsperling; prophezeiht womöglich den baldigen Untergang der Republik; schreiet über die „Kälte & Herzlosigkeit“ der „[roman:]Yankees[/roman]“ [[weil für Einem das Glück nicht auf den Präsentirteller entgegen= bringen]] kurz, man geberdet sich möglichst ungescheut kindisch & albern. Diese Art von Seelenkrankheit muß so ziehmlich ein Jeder durchmachen, nur daß sie den Einen stärker, den Andern schwächer erfaßt. Das Letztere war bei mir der Fall, weil ich von vorn herein darauf vorbereitet war durch [roman:]Degner[/roman], der mir davon erzählt hatte. Doch blieb ich keineswegs ganz verschont. Zum Glück war ich so gescheut in meinen Briefen nach Deutschland wenig oder Nichts merken zu lassen, & höchstens möchte mein damaliger Zustand aus einigen vorschnellen Urtheilen über Land & Leute heraus= zumerken sein. Daß übrigens außer jener, so zu sagen, in der Luft liegenden Krankheit, mich noch ein sehr reelles H & sehr starkes Heimweh drückte, das kannst Du Dir leicht vorstellen, da Du nun Gottlob! alt genug bist, um zu verstehen, was es heißt: von einer jungen


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