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mir dazu an Zeit & auch an Lust fehlen. Hier mußt Du Dich also mit einem magern Abriss, meines zwar keines= wegs an Ereignissen reichen Lebens in dem vergangenen Jahre begnügen.
Daß ich am 13. Juli nach nur 37 tägiger Fahrt hier anlangte, hast Du wohl damals erfahren. Ich beauftragte meine Frau in meinem ersten Briefe eine kurze Anzeige in Bezug darauf in den Staatsanzeiger rücken zu lassen; ich weiß indessen nicht ob es geschehen ist. Von der See= fahrt will ich schweigen; es hieße das ein wenig zu weit anfangen; außerdem magst Du darüber den ersten Brief an meine Frau nachlesen. ‒ Hier in [roman:]New York[/roman] ging es mir, wie es zuerst allen „Grünen“ geht: ich rannte mir die Hörner ab & leerte den Geldbeutel mehr als nöthig war. In dieser Beziehung muß man sich zu trösten wissen; es ist bisher noch wenigen anders gegangen; sogar hat man hier zu Lande ein Sprichwort wonach erst der letzte europäische Pfennig zum Teufel sein muß bevor man einen amerikanischen [roman:]Cent[/roman] verdient. Man muß eben Lehrgeld bezahlen hier wie überall & vielleicht hier mehr wie anderswo, weil man hier auch mehr lernt. Indessen möchte ich nun doch nach der Erfahrung, die ich jetzt für mich habe einem Jeden, der hier herüber kommt, um sich eine Zukunft zu gründen rathen, sowenig als möglich Geld mitzubringen, denn es geht doch darauf; sei es auch so viel es wolle; ich habe nun nachgerade davon unzählige Beispiele gesehen. Am Besten sind die daran, die ohne einen Pfennig, aber mit Kenntniß der englischen Sprache hierherkommen. Sie müssen gleich im Anfange das erste beste annehmen, was sich ihnen bietet, & haben sich bereits eingewöhnt & eingelebt wenn der mit Geld Herübergekommene n[illegible overwritten] [? als Neuling umhertappst & nicht weiß was Rechts & Links ist.
