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12 Wagen vor unserem Hause, alle mussten Kutscher
u. Lehrdiener mussten Wein u. Kuchen bekommen.
Euere lieben Briefe kamen schon
3 Tage vor der Hochzeit an, Ida hat sich sehr über
Euere liebevollen Zeilen, die ich ihr am Hochzeittage
gab gefreut. Ich bitte Dich August zu sagen, daß
ich ihm für seinen Brief herzlich danke u. von gan=
zen [sic] Herzen wünsche daß seine Construktion am
Fundament der Dampfmaschine sich bewähren mö=
ge, heute kann ich ihm nicht schreiben, Du theilst ihm
ja doch alle Nachrichten mit. Das [Nüweaux?] welches er
wünscht, habe ich bei Repsold bestellt, wenn es fertig ist,
werde ich es wohl mit der Post über Hamburg schicken
müssen, auf jedenfall wünsche ich im nächsten Brief
Nachricht zu erhalten, ob er es so nothwendig braucht,
daß dieß nöthig macht. Soeben habe ich von Ida ei=
nige Zeilen aus Frankfurt erhalten, sie schreibt sehr
glücklich u. ist voll vom Genuß ihrer Reise, trotz des
kalten, windigen Wetters, das auch sie haben. Kürzlich
habe ich des guten Onkel Emil Bild von Frl von Müller
erhalten, ich bin sehr glücklich es zu besitzen u. finde es sehr
ähnlich, ohne Wehmuth kann ich es freilich nie ansehen, die
Sorgen u. Leiden seiner letzten Jahre sind deutlich
darauf ausgedrückt, als es mir in der Kiste entgegen=
trat musste ich in lautes Weinen ausbrechen. Die Büste
ist leider sehr beschädigt angekommen, der Kopf ist glücklicher=
weise erhalten aber aufzustellen ist sie nicht, ich will sehen
ob Wolfgang sie repariren kann. Vor einigen Tagen erhielt
ich einen Brief von Frl v. Müller, die in London bei [roman:] Mr. Boky [/roman]
ist, im Sommer aber wieder zurück nach der Schweiz zu einer
russischen Familie geht, in welchen [sic] sie um Zurückga=
be fehlender Manuscripte vom seligen Onkel bittet, ohne welche
Fumaroli ihr die rückständige Summe die laut Testament
auf sie übergegangen, nicht zahlen will. Ich musste
mich an den Onkel Leopold darum wenden, aus seiner
Antwort die ich heute darauf erhalten, sehe ich, daß er seine
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Ansprüche an den schriftlichen Nachlaß des Onkels noch nicht abgetreten hat, sie also nach römischen Rechten ihm gehören, er fügt indeß hin= zu, daß er auf seine Rechte verzichten will, wenn Frl v. Müller etwas damit gedient ist. Es fehlen 18 [Na?] ohne welche Fumaroli nicht zahlen will, nun hat mir Repsold ein Paket Papiere geschickt, die ich selbst durch sehen u. suchen muß ob es die rechten sind, was in diesen Tagen auch nicht leicht für mich ist u. es hat Eile damit, wie Frl v. Müller sagt. Sie hat mit viel Freude einen Brief von Dir erhalten.
Der liebe Vater wird wohl mit nach Pulkowa gehen, er spricht jetzt ziemlich bestimmt davon, ich wollte während dieser Zeit zu Ida gehen, aber er wünscht, daß ich zu Hause bleibe, ob er noch davon abgehen wird weiß ich nicht, Du kennst seine alte Grille, daß wir nicht beide vom Hause gehen können. Geheimrath Brauns wollen alles aufbieten, ihn davon abzubringen, ob es ihnen ge= lingen wird weiß ich nicht, ich habe ihm nicht wi= dersprochen u. werde mich auch darein finden, wenn er nicht anders will.
Die arme Agnes Braun hat nicht zur Hochzeit kommen können, in Folge heftiger Zahnweh hat ihr Verstand gelittet, Edmund ist tief nie= dergedrückt davon, ihn verfolgt auch wirklich das Hauskreuz auf erschreckende Weise. Medicinal= rath Madlungs wurden durch die Trauer auch ver= hindert an unserer Feier theil zu nehmen. Jedermann ist hier entzückt von der Liebenswür= digkeit der Repsoldschen Familie u. preist Ida glücklich in diese Familie zu kommen. Emilie Müller habe ich sehr lieb gewonnen, sie ist tief vom Gemüth u. sehr liebevoll, an ihr wird Ida sehr viel Ersatz haben
