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[page 5]
ob die Herzogin mir wohl erlauben würde es
ihr selbst zu überreichen, worauf sie sich erbat es der
Herzogin vorzutragen u. so wurde ich dann einige Tage
darauf zu ihr bestellt. Sie war außerordentlich freund=
lich u. liebenswürdig, lässt Dir u. Bayard sehr herzlich
danken u. versichern, daß sie u. auch der Herzog es
mit großem Interesse lesen würden. Sie erkundig=
te sich sehr nach Euch u. sagte, daß sie sich sehr zu Dir
hingezogen fühlte. Sie behielt mich eine halbe
Stunde bei sich u. erzählte mir von ihrer Muster=
wirthschaft, ihrer Milchkammer u. drgl. Sie empfing mich
gleich mit den Worten, daß sie mir sehr danke, daß
ich sie hätte besuchen wollen, wenn man so mit ihr
spricht, merkt man nicht, daß man mit der regieren=
den Herzogin spricht, u. ich bin recht froh, daß ich an=
gefragt habe ob ich sich selbst zu ihr kommen dürfe,
denn ich glaube gewiß, sie hat das früher von mir
erwartet. Wir haben das Buch in rothen Maroquin
mit Goldrand binden lassen, einfach aber sehr hübsch.
Wir haben 2 Exemplare so binden lassen, weil
bei dem ersten der Druck so durchgeschlagen war,
daß wir es der Herzogin unmöglich geben konnten.
Das zweite ist nun erst auf dem Backofen ein paar
Tage getrocknet worden u. hat aber dennoch beim
Binden nicht dürfen geschlagen werden, die Schwär=
ze muß schlecht sein u. das Papier ist sehr dünn.
Alle verlangen danach das Buch zu lesen, Buflebs
haben es zuerst gelesen, u. nun wird es von einen [sic]
zum andern wandern, eines davon hat jetzt die
Frau v. Wangenheim, die sehr darum bat u. versprach
es in einigen Tagen durch zu lesen. Betty wurde von
Emma um ihre englische Ausgabe beneidet, sie
