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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, February 19, 1862

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[page 2, left-hand side of sheet 2]

natürlich recht schwer geworden ist u. ihre Kräfte, die sie so nöthig, viel zu sehr in Anspruch genom= men hat. Ich hoffe, daß ihre Schwägerin nun bei ihr ist, sie erwartete sie die vorige Woche, wenn sie nur die Kälte nicht am Reisen verhindert hat. Der Winter ist so strenge in Petersburg, seit lan= ger Zeit haben sie immer zwischen 20 u. 30° Kälte. Es ängstigt mich sehr, wenn ich denke, daß Emma ihr Wochenbett bei solcher Kälte halten wird, wenn auch ihre Wohnung warm ist, so hat sie doch Einfluß auf die Wöchnerinnen u. mir scheint, daß die anhaltende Kälte nach u. nach doch auch nach u. nach Einfluß auf die gut verwahrten Woh= nungen ausübt. Seit November haben sie hätten Frost, im Januar waren einige warme Tage u. dann die Kälte wieder um so größer. Emma schreibt, daß sie wie in einen [sic] Gefängniß säße, die Fenster wären von oben bis unten dick mit Eis überzogen, dabei hat sie die wärmste Wohnung in Pulkowa. Wir haben heute einen wundervollen Frühjahrstag, ganz reinen Himmel, schon gestern hatten wir 7° Wärme, wenn es nur so bleiben wollte, für mich ist eine Wohlthat, daß die Kälte vorüber ist, wenn ich diese schöne frische Luft jetzt einmal einathme, so ist es, als wenn mir neues Leben zugeführt würde. Es geht viel besser wieder mit meiner Gesundheit, aber recht schwach bin ich doch immer, der Herzkrampf, oder was es ist, greift mich so an, hätte ich ihn nicht im vorigen Früh= jahr schon eben so schlimm gehabt, würde ich mich darüber ängstigen, nachher bin ich ja den ganzen Sommer wieder frei davon gewesen. Wie geht es den armen Stoddard's? ich denke viel an sie u. wenn in dieser Zeit der Schmerz oft gewaltig mein Herz

[page 3, right-hand side of sheet 2]

wieder erfaßt, so muß ich doch erkennen, daß das Schicksal, das ihnen ihr einziges Kind nahm, sie noch härter getroffen wie mich. - Es ist nun entschie= den, daß August zu Ostern hier bleibt u. die Stelle als Werkführer in Wilhelms Fabrik übernimmt. Wilhelm war eigentlich dagegen, er meinte daß August sich erst noch mehr in der Welt umsehen müsste, aber der gute Vater u. ich [strikethrough:] sich [/strikethrough] sind entschie= den der Meinung, daß es besser für August ist, wenn er jetzt erst wieder einmal ein oder zwei Jahre hier bei uns lebt u. hoffen, daß diese Zeit einen wohlthätigen Einfluß auf sein künftiges Leben ausüben wird. Mir ist das Leben für diese Zeit unendlich erleichtert, denn wenn er fort ist bin ich in beständiger Sorge um ihn u. hoffent= lich werde ich ihn später mit leichterem Herzen können fortziehen lassen. Für die Fabrik ist es ohne Zweifel von großen [sic] Nutzen wenn er Werk= führer wird, denn der Vater sagt, daß er in prak= tischer Beziehung mehr Erfahrung u. Kenntnisse besitze, wie Wilhelm. Es wird jetzt eine Dampf= maschine in der Fabrik gebaut u. eine kleine Kalo= rische ist fertig geworden, die vortrefflich laufen soll. An Arbeit fehlt es nicht nur ist oft Noth an Arbeitern, die hier freilich nicht so leicht zu haben sind. Diese Woche tritt unser Herzog u. Herzogin die Reise nach Aegypten an, Herr u. Frau von Reuter u. der jüngere Prinz Leiningen auch ein Prinz von Hohenlohe begleiten sie, Dr. Brehm ist mit seiner Frau schon voran gegangen um Einkäufe zu den Reisebedürfnissen zu machen. Sie gehen über Alexandrina [sic], Kairo nach Suez, wo ihnen ein Kriegsschiff von der Königen [sic] von England zur Verfügung gestellt


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