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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, September 5, 1860

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[page 2, left-hand side of sheet 2]

gung gegeben hat, obgleich ich nur aus einzelnen Aeußerungen errathen kann, daß er sich wohler befindet, denn kürzer ist er in seinen Briefen noch um vieles mehr geworden, wie frü= her u. dadurch quält er mich eigentlich recht. Ich ergehe mich in allen möglichen Vermuthungen u. stelle mir wohl oft die Sachen schlimmer [insertion] vor [/insertion], als sie sind. Ida Hornbostel schreibt er, ist wieder wohler, dabei habe ich aber noch aus keinen [sic] Brief ersehen, was ihr eigentlich fehlt. Sie wohnt noch mit ihrer Mutter im Gebirge u. er war bis jetzt in Wien, vorigen Montag wollte er aufs Land auf einige Tage gehen, also wahr= scheinlich doch zu ihr, alles muß ich nur errathen. Wann er gedenkt nach Berlin u. zu uns zu kom= men, davon schreibt er gar nichts, da er aber sagt, daß er nicht mehr so von Frost zu leiden hätte, so hoffe ich doch, daß er nicht so sehr lan= ge mehr ausbleiben wird. Der beständige Kummer, den ich bis jetzt um ihn gehabt habe, hat mich nach u. nach immer mehr von Kräften gebracht. Das die ar= me Tante Augusta auch so viel Kummer über Emma hat, thut mir sehr leid, es ist ein hartes Schicksal, das ihr Gott auferlegt hat, möchte er nur geben, daß es ihr bald dadurch erleichtert würde, daß die arme Emma durch den Tod von ihrem Leiden befreit würde, das ist wohl das Beste, was man noch für sie wünschen kann. Wenn ich an ihren traurigen Zustand denke u. da= ran, wie viel die arme Tante dabei leidet, so wird mir

[page 3, right-hand side of sheet 2]

das Herz immer unendlich traurig. Es thut mir leid, daß ich ihr nicht noch einmal geschrieben habe, meine Schwäche, die mir das Schreiben immer so sehr erschwert ist schuld daran u. auch heute werde ich nicht noch einen zweiten Brief fertig bringen, auch ist es ja ganz unsicher, ob er sie noch bei Euch treffen wür= de. Ich bin einige Tage wieder recht unwohl gewesen, vorigen Freitag hatte ich beide Familien Braun u. die Hoffmann von Ballenstedt zu Tische u. mich dabei wahr= scheinlich etwas zu sehr angegriffen, wodurch ich heftige Kopfweh bekam. Zum Dessert gab ich die schönen ein= gemachten Pfirsiche von Dir, die ganz vortrefflich wa= ren. Was müssen das für herrliche Früchte sein, wenn sie vollkommen reif sind! Die Blumenzwiebeln habe ich gleich bei meiner Rückkehr in's Gewächshaus setzen lassen, da es, obgleich ich es vor meiner Abreise noch be= stellt hatte, nicht geschehen war, u. einige davon haben schon stark getrieben, ich hoffe noch schöne Blumen daraus zu ziehen. Wenn wir doch etwas von der Hitze, die Ihr habt, hier bei uns hätten, wo es jeden Tag regnet u. oft sehr kalt ist. Im Garten können wir nie sitzen u. wenn nicht der Herbst noch sehr warm wird, so wird vieles Obst gar nicht reif werden. Der liebe Va= ter ist vorgestern nach Hamburg abgereist, wo nun endlich an das Instrument die letzte Hand gelegt werden soll, Son= abend erwarte ich ihn wieder zurück. So kurz die Reise ist, so schwer wird es ihm doch immer sie anzutreten, er hatte gar keine Lust dazu. Vorige Woche hat er die Freude gehabt, durch Airy zu erfahren, daß das Parlament ihm 1000 Rk 87 für die Mondtafeln bewilligt hat. Eine officielle


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