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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, September 5, 1860

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[page 1, right-hand side of sheet 1]

Gotha, den 5ten September 1860

Meine liebe Maria!

Wenige Tage, nachdem ich meinen letzten Brief an Dich abgeschickt hatte, kam der Deinige vom 9ten Aug. an, aus welchen [sic] ich mit vieler Freude sah, daß Ihr glücklich von Euerer Reise zurückgekehrt waret. Daß Du Dich sehr nach der lieben Lilian gesehnt hast, begrei= fe ich sehr wohl, je mehr ihr Geist u. Verstand sich ent= wickelt, je schwerer wird es Dir werden Dich von ihr zu trennen. Von ihrem Geburtstag schreibst Du mir gar nichts, er ist doch gewiß schon ein wichtiger Tag für sie gewe= sen, der nicht ungefeiert vorüber gegangen ist. Wir haben an denselben [sic] in Pulkowa ihre Gesund= heit getrunken u. Emma hatte einen Kuchen dazu ge= backen. Linchen hat Cousinchen, wie sie Lilian nennt besonders hoch leben lassen, sie stößt so gerne mit den Gläsern an u. trinkt Gesundheiten. Wenn ich da= ran denke, daß ich die beiden Kinder nächsten Sommer vielleicht hier haben werde, so hebt sich mir das Herz, das eigentlich ziemlich abgestorben ist, doch wieder hoch vor Freude. Seit ich von Pulkowa zurück bin ist meine Sehnsucht fast noch größer, wie früher u. ich füh= le noch schmerzlicher, wie viel ich durch die Trennung von meinen Kindern entbehre. Ueber Wilhelm habe ich die ganze Zeit über noch viel Sorge gehabt, vorgestern er= hielt ich einen Brief von ihm, der mir mehr Beruhi=

[page 4, left-hand side of sheet 1]

Anzeige hat er noch nicht erhalten, aber Airy schreibt, daß es sicher sei. Ich freue mich sehr, daß ihm diese Anerkennung zu Theil geworden ist. Für die Nachrichten über das Meteor lässt er Dir herzlich danken, er hatte noch nichts davon gehört. Am 27ten August kam hier auf dem Schlosse, im Gebäude der Hauptwache Feuer aus, wodurch wir in großen Schrecken versetzt wurden. Es war glücklicherweise am Tage, Mittags 12 Uhr, u. der Wind, der ziemlich stark ging, trieb die Flammen ab= wärts vom Schlosse, sonst würde es wohl kaum zu retten gewesen sein, da der Mangel an Wasser zum Löschen auch sehr groß war. Um 2 Uhr war die Gefahr vorüber, die obere Etage ist nur abgebrannt. Die Glocken der Schloß= uhr sind geschmolzen u. heruntergestürzt. Das wiederholte Schießen der Kanonen, das Läuten der Glocken, das Trommeln u. Trompeten war schrecklich anzuhören u. dabei waren die ersten Nachrichten die wir darüber er= hielten sehr übertrieben, so daß ich mich, bis ich den wah= ren Stand der Sache erfuhr, schrecklich geängstet habe. Der Vater wurde schon geholt ehe wir noch die Feuersignale gehört hatten, das Feuer sollte ganz nahe bei der Vermessungs= kartenkammer sein, wodurch ich auch um ihn in großer Sorge war. Das chinesische Räthsel kann der Vater nicht lösen u. auch unser aller Geduld ist daran gescheitert, es scheint unmöglich, er lässt Dich fragen ob Du kei= nen Aufschluß darüber geben kannst. An den schönen Landschaften freue ich mich immer mehr, je mehr ich sie ansehe. Vorgestern war die Hochzeit von Lulu Heß, sie sah sehr glücklich aus, ich habe ihr einen recht schö= nen Cristalteller mit Glocken u. Blumen belegt geschickt, er scheint ihr Freude gemacht zu haben. Sie reisten mit demselben Zug, mit dem der Vater reiste ab. Nun meine liebe Maria füge ich noch die herzlichsten Grüße an Deinen lieben Mann, dessen Eltern u. Geschwister, Buflebs u. auch Stoddard's hinzu u. Lilian einen innigen Kuss von ihrer Großmutter aus Gotha. Gott behüte Euch! Mit herzlicher Liebe Deine Mutter.

[text on top of page 1 written upside down:] Von Emma habe ich heute einen Brief bekommen, sie schreibt wieder ganz heiter, worüber ich mich sehr gefreut habe. Lina will immer zur Oma reisen. Der Name Euerer Besitzung gefällt uns sehr gut, wie gerne möchte ich sie einmal sehen! - Daß Du mit Deinen Leuten so viel Noth hast, thut mir sehr leid u. kümmert mich. Ich habe seit dieser Woche noch ein zweites Mädchen genommen, da ich selbst so gar zu wenig noch leisten kann. Sie hat ein Jahr bei F. v. Schlotheim, die jetzt zu [Schaats?] zieht, gedient u. wird von ihr gelobt. [/text on top of page 1, written upside down]


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