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21. Juni 1860
sere Angst um Wilhelm steigert sich von Tag zu Tag, weder in London noch in Ber= lin war seit vielen, vielen Wochen eine Nachricht von der Expedition eingegangen u. man war auch dort in großer Sorge um dieselbe. Ach! es war eine harte Prüfung für uns, vorigen Freitag brach= te uns endlich, nachdem unsere Angst den höchsten Grad erreicht hatte, ein Brief von August Trost, nach wel= chen [sic] der Ingenieur Mayer in Berlin eine indirekte Nachricht von der Expedition erhalten, welche sagte, daß 155 Meilen neues Kabel hätte gelegt werden müssen u. daß sie jetzt mit der Ausbesserung des letzten Feh= lers beschäftigt wären. Diese Nachricht gab uns neues Leben u. neue Hoffnung; wie sehr auch der gute Vater sich geängstigt hatte, kannst Du daran sehen, daß er, wie ich ihm Augusts Brief vorlaß, in lautes Weinen aus= brach. Er hatte mir die Sorgen immer auszureden gesucht, aber ich wusste nur zu gut, wie sehr er sich äng= stigte, denn er war immer stiller geworden u. keine Spur von Heiterkeit war mehr an ihm zu merken. Vor einigen Tagen schrieb uns nun August, daß direk= te Nachricht bei Siemens eingegangen sei, die Strecke von Suakin bis Aden, also auf dem Rothen Meere, hätte neu gelegt werden müssen u. Wilhelm sei noch damit beschäftigt den letzten Fehler auszubessern u. würde in den ersten Tagen des August zurückkommen. Auf dem Schiffe sei alles wohl u. munter. Diese letzte Nachricht hat uns dann nun sehr beruhigt, obgleich es sehr traurig noch ist, daß wir von Wilhelm selbst noch keinen Brief erhal=
