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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, January 23, 1860

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[page 2, left-hand side of sheet 2]

volle Wahrheit darüber mitzutheilen, denn was so schlimm ist, wie hier u. durchaus keine Aussicht auf eine bessere Gestaltung des Schicksals, da kann kein Verschweigen mehr halten u. gut sein, es ist eine harte Prüfung, die ihr Gott auferlegt hat u. es thut mir unendlich leid, daß sie an diesem Kinde, für welches sie schon so ungeheure Opfer gebracht u. das eigentlich immer störend zwischen ihr u. ihrem Mann gestanden hat, noch solchen Jammer erleben muß. Obgleich ich mir längst gedacht habe, daß es so ist, wie Du schreibst, so hat sie doch keine Ahnung davon, daß sie eine solche Plage für Euch u. besonders für Deine armen Schwiegereltern u. Schwägerinnen gewesen ist, sondern sie glaubt nur, daß sie noch immer viel an Heimweh leidet. Es ist ein merkwürdiges u. trauriges Verhängniß ge= wesen, daß B. sich gerade dieses Mädchen zur Frau erwählt hat, zu dem wir alle, die wir sie näher kannten nicht das min= deste Vertrauen hatten, daß sie je eine gute Hausfrau werden konnte. Mit ihr selbst muß man ja freilich daß größte Mit= leiden haben, denn wo die Geisteskräfte fehlen, da kann man die Versäumniß der Pflichten nicht als Schuld anrechnen. Wenn die Ehe unglücklich ist, so wäre es unter diesen trostlosen Um= ständen besser, sie würde getrennt, ehe das Unglück immer grö= ßer u. größer wird. Auf Buflebs Besuch dürft Ihr nicht mehr rechnen, sie haben die Reise ganz aufgegeben, erwähne in= deß noch nichts gegen die Tante davon, bis sie es selbst geschrie= ben hat. Sie sagen, daß ihnen das Geld dazu fehlt, da die Zusam= menlegung u. die damit verbundenen neuen Einrichtungen zu viel kosten. Es thut mir sehr leid für Euch, daß Ihr diese Freude entbehren müsst, sie können aber immer später noch ein= mal kommen, bei ihnen ist es ja nicht wie bei uns, wo gar keine Möglichkeit da ist einmal zu Euch kommen zu können, ein sehr schmerzlicher Gedanke! - August wird übermorgen wieder nach Berlin abreisen, es war eine große Wohlthat für mich ihn einmal einige Wochen bei mir zu haben u. ich werde ihn recht vermissen, wenn er fort ist, er hat durch sein Schmiede

[page 3, right-hand side of sheet 2]

Kochen u. Feilen Leben in unser Haus gebracht u. wenn mir auch manchmal der Kopf davon wehe that, so war ich doch froh, daß es durch ihn lebendig im Hause war. Er hat sich ein großes u. ein kleines Messer geschmiedet u. für den Onkel Braun ein Taschenmesser eine neue Klinge u. Stahl gemacht u. alles ist sehr fein u. gut gearbeitet. Ein viel frischeres Ansehen hat er wieder bekommen, die alten Züge, die mich immer an den Onkel Emil u. Wilhelm erinnerten sind verschwunden, ich fürchte nur, wenn er in Berlin wieder seine schlechte Kost u. viel Arbeit hat, so wird das gute Aussehen auch bald vorüber sein. Er meint selbst, daß eine so schöne Zeit, wie jetzt ihm lange nicht zu Theil geworden wäre. Er ist in Berlin von Siemens für jeden Sontag zu Tische eingeladen, worüber ich sehr froh bin, so hat er doch jede Woche einen Tag an dem er in einer Familie u. nicht im Gasthof ist. An seinen [sic] Geburtstag haben wir Eure Gesundheit getrunken u. zwar in Champagner, es lag noch eine Flasche von langer Zeit her im Keller, ich glaube fast von Lilian's Taufe u. die haben wir auf Augusts u. aller fernen Kinder Wohl getrunken u. jedes einzelne leben lassen. Ich schenkte ihm eine schwarzseidene Weste u. Arbeitskittel, ein seidenes Taschen= tuch, eine Mütze, Manschetten zu seinen gelben Hemdknöpfchen, eine Bibel, ein Taschenskizenbuch, Federn, Zahnpulver, Taschenkämmchen ein Kästchen mit homeopathischen Arzneien, eine Büchse mit Thee u. zwei große Würste u. Stearinlichter, u. seine Bräzel war sehr schön gewesen. Er schien sich über alles sehr zu freuen. Ich hoffe sehr darauf zu erfahren ob der Brief mit dem Schleier für Lilian glücklich angekommen ist, er hätte wohl eigentlich am 30ten December schon dort sein müs= sen, zu der Kappe u. dem blauen Mantel würde er gut passen. Trägt denn Lilian jetzt die Hemdchen oder waren sie ihr noch zu groß? selbst genäht habe ich sie aber nicht, liebe Ma= ria, wenn ich das noch könnte, so wäre es freilich gut, ich bringe aber fast gar nichts mehr fertig u. meine Augen sind sehr viel schlechter geworden u. je mehr ich mich angegriffen fühle, je


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