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gegeben bis auf die Eisengießerei, die er wie es scheint mit Vor= theil betreibt. - soeben habe ich Deinen lieben Brief erhalten u. bin sehr glücklich aus denselben [sic] zu sehen, daß Du nun Lilian bei Dir hast u. sie wieder ganz wohl u. munter ist. Ich hätte so gro= ße Sorge um sie u. ich sehe, daß sie dießmal nicht vergeblich war, daß Du sie wieder verlassen musstest, kümmerte mich sehr, seit ich die Nachricht davon erhalten. Gottlob, daß sie alles glücklich über= standen hat u. Du Dich nun so glücklich mit ihr im eignen Hause fühlst. Wenn doch nur Dein lieber Mann auch sein häusliches Glück in mehr Ruhe genießen könnte, daß er immer u. immer wie= der in die Welt hinaus muß thut mir sehr leid. Lilian möch= te ich gar zu gerne einmal sehen, meine Sehnsucht nach den beiden Kindern ist unendlich groß u. oft frage ich mich, ob wohl Gott mir die Freude schenken wird, Luischen dieses u. Lilian näch= stes Jahr zu sehen, u. wage nicht mit Sicherheit mich darauf zu freuen. Daß Du jetzt gut mit Deinen Dienstleuten versorgt bist, ist mir eine große Freude u. Beruhigung, ich wollte es könn= te mir auch einmal so wohl werden. Am Weihnachtsabend haben wir sehr lebhaft Eurer gedacht u. ich habe im Geiste Lilian über den Glanz der Weihnachtskammer jubeln sehen u. hätte viel darum gegeben nur einen Augenblick ihr Gesichtchen sehen zu können, wie ich am 1ten Feiertag bei Buflebs die Freude von Maria u. Agneschen Braun sah, so konnte ich meine Thränen nicht zurück= halten, überhaupt ruft der Weihnachtsabend in Buflebs Haus jedesmal eine schreckliche Wehmuth in mir hervor. Geheim= rath Brauns nahmen dieses mal wieder Theil an dieser Be= scherung, seit vielen Jahren, war dieß nicht geschehen, Mittag aßen sie mit da u. blieben bis gegen 6 Uhr, worüber wir uns alle sehr freueten. Es geht diesen Winter doch viel besser mit ihnen. Nach Ostern werde ich einen Hausgenossen mehr bekommen, die älteste Tochter von Edmund Braun wird auf unbestimmte zu uns kommen. Der leidende Zustand ihrer Mutter soll einen sehr drückenden Einfluß auf sie ausgeübt haben, so daß Edmund es für dringend nothwendig hält sie nach ihrer
[text on top of page, written upside down:] Morgen reist Gustaf nach Wilna ab, er nimmt mir ein Päckchen an Emma mit, worüber ich mich sehr freue. [/text on top of page, written upside down]
