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habe ich ja wegen des lieben Vaters Augenlei= den auch viel für ihn zu schreiben. Eine rechte Besserung ist noch nicht eingetreten, immer hoffte ich noch daß bei großer Schonung der Augen es sich bessern würde, daß diese aber bis jetzt noch nicht geschehen macht mich wieder besorgter darum. [underline in pencil:] In den letzten Wochen hat er am Vormittag wie= der zeitweise etwas gearbeitet u. konnte es thuen ohne eine Verschlimmerung zu merken u. so ist [/underline in pencil] es denn am Ende auch besser daß die Augen nicht [underline in pencil:] aus gänzlicher Uebung kommen u. unerträglich ist diese Unthätigkeit auch wirklich für ihn, mir wurde oft selbst ganz heiß um's Herz wenn ich ihn den ganzen Tag so gänzlich unthätig sah. [/underline in pencil] Zu Kar= tenspiel, Schachspiel was ich ihm vorschlug hat er durch= aus keine Lust mehr, die einzige Beschäftigung zu welcher [insertion:] ich [/insertion] ihn bereden konnte war das chinesische Setzspiel mit den 7 Steinen welches Du gewiß noch erinnerst, es stammt vom alten Kleinstauber. Das nahmen wir denn immer gegen Abend, wenn die Zeitungen vorgelesen waren vor bis er zum Bahnhof ging. Dorthin geht er jetzt 1 Stunde frü= her u. kommt 1 Stunde früher zurück, worüber ich recht froh bin, wenn es nur durch eine andere Veran= lassung so gekommen wäre. [underline in pencil:] Vorgestern ist er zur
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Venusconferenz nach Berlin gereist, ich brach= te ihn auf den Bahnhof wo er bei Ankunft des Zuges mit Winnecke, Argelander u. Schön= berg zusammen traf u. in ihrer Gesellschaft die Reise bis Berlin machen konnte. Dort wurde er von Bruhns u. Auwers auf dem Bahnhof erwartet die auch Logis für ihn besorgt hatten. [/underline in pencil] Heute Morgen habe ich schon einige Zeilen von ihm erhalten die mir meldeten daß er die Reise glücklich zurückgelegt u. sich wohl befinde. Mir war es eine große Sorge daß er allein die Reise unternahm, ich wollte mit ihm reisen aber das gab er nicht zu u. mein= te er könne noch ganz gut alleine gehen, da die andern Astronomen wirklich äußerst bemüth sind sich seiner anzunehmen, so bin ich auch jetzt mehr beruhigt darüber u. hoffe daß die Zerstreuung ihm gut sein wird. Wir haben sehr schöne heitere Tage aber furchtbar kalt dabei, des Nachts 5° Kälte, das übt einen schlechten Einfluß auf die Gesundheit, doch habe ich in den letz= ten Wochen nicht so oft an Kopfweh gelitten wie diesen Winter, wo sie wirklich verbunden mit Zahn= weh fast unerträglich waren. Auf den Onkel Bufleb wirkt dieses kalte Frühjahrswetter auch schlecht, er ist recht
