• Contributor Login
  • Transcriber Login
  • Register as a Contributor
Menu
  • german heritage in letters logo
  • News
  • Share Your Letters
  • Help Transcribe
  • Explore Collections
  • Browse Letters
  • Search

Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Taylor, March 13, 1871

Log in to Scripto | View item

http://germanletters.org/plugins/Dropbox/files/Taylor_0293_0005.jpg - image of

« previous page | next page » |

To rotate image, first hold down Alt and Shift keys, then drag with mouse or trackpad (Safari, Chrome & Edge only).

This item is editable!

Current Page Transcription

[page 9, right-hand side of sheet 5]

Lobgedicht oder Barbiergedicht! Wie der Eine oder Andere es nennen will. Es soll von einem Amerikaner fortkommen, dieses soll aber nicht wahr sein.

Hört Ihr Herren u. lässt Euch sagen

Was sich jüngstens zugetragen.

Gebt wohl Acht auf Licht u. Feuer,

Denn ganz ist es noch nicht geheuer.

Der Franzmann blies sich auf, wie von ihm lief

Ein bitterböser Schreibebrief.

Er wollt marschiren nach Berlin

Und wollte noch viel weiter ziehn,

Er wollte sich gar nicht geniren

In Königsberg den Frieden zu dictiren.

Der König doch, bei kaltem Blut

Dacht' Uebermuth thut niemals gut!

Ließ kommen seinen tapfern Sohn,

Nebst Bismark, Moltke u. den Roon,

Hieß greifen sie zum Schwerdt, zur Feder,

Zu gerben brav französisch' Leder

Ganz Deutschland auch war hochempört,

Ein jeder griff zu seinem Schwerdt.

So zogen sie die kampfbereiten Schaaren

Um Deutschlands Ehre zu bewahren,

Die hohen Herr'n an ihrer Spitze.

All Officiere u. Soldaten

Wetteiferten in Heldenthaten,

Sie haben auch so brav geschanzet

Und den Franzosen so curanzet,

Daß bitten musst' er um Pardon,

Auf Wilhelmshöh' saß er zum Lohn.

Das wird er jedoch bald vergessen,

[page 12, left-hand side of sheet 5]

Dem Sohn die Sorge abzuwinden

Um sie sich selber aufzubinden.

Sie nimmt im Arm nicht das Gewehr,

Sie schießt mit Pelzen groß u. schwer,

Schießt sie auch stets dem Ziel vorbei,

Was schadt's? Das ist ganz einerlei!

Sie miethet einen kleinen Garten 6)

Drin auszuwetzen alle Scharten,

Die überkommen dem Büreau

Zufällig waren, so u. so,

Und siehe aus der Nacht ward Tag!

Der Tode wurde wieder wach,

Der besser stets als [?] [underline:] muß [/underline] es wissen;

Ein Schattenbild auf Luft geformten Füßen,

Doch daß auch jetzt ein lebend Wort ich wähle,

Eine getreue Hausknechtseele!

Mit echter Hausknechtsgeberde

Droht er hinaus zu werfen auf die Erde

Den Frevler, welcher so vermessen

War u. ganz u. gar vergessen,

Wie sichs geziemt den Korporalen,

Gehorsamkeit den Generalen.

Er findet ein sehr willig Unterstützen,

7) Bei Leuten die zu andern gar nichts nützen.

O Schattenbild! sieh Deine Füße an,

Du weist ja nicht was kommen kann.

Und ob nicht Deine faulen Wehen

Es so, wie Andern schon geschehen ist, wird gehen.

Die Permanente, Lob sei ihr gezollt!

Möcht fassen lassen ich in Gold=

Papier u. hängen an die Wand zur Zierde,

Weil sie so schön das Zepter führte.

Sie ist gewiß ein guter Sohn,

Denn sie hasst jede Opposition,


Comments on This Page

[edit] [history]

Transcribe What You See: As much as possible, transcribe the text as it appears on the page, including original spellings (even if they are incorrect/non-traditional) and keeping abbreviations as written. Insert a return at the end of each line as it appears on the page, and two returns for paragraphs. Transcribe the page in the order in which it was meant to be read: for example, marginal post scripts should be placed at the end of your transcription.

For more guidance, please visit our Scripto tips page.

Wunderbar Together logo
German Historical Institute logo

  • ©2021 German Historical Institute Washington DC. All rights reserved.
  • Privacy Policy
  • Impressum
  • Site by Artefacto