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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Taylor, March 13, 1871

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[page 5, right-hand side of sheet 3]

ein. Dr. Hessenstein, der Onkel Repsold während der letzten Zeit seiner Krankheit auf ausdrückli= chen Wunsch des Herzogs besuchte, neben Madlung, ist der Meinung daß dieser schnelle Tod durch ein gänzliches Zusammenbrechen des Nervensistems erfolgt sei, die Schwäche wäre zu groß gewesen. Der arme Mensch hat 7 Monate die furchtbarsten Strapazen u. Entbehrungen ertragen müssen gerade wie seine Entlassung in Berlin geneh= migt war wird er von dieser bösen Krankheit befallen. Wie groß der Schmerz der Eltern ist wirst Du wohl begreifen liebe Maria, die Aerzte wollen den Onkel nach einem wärmeren Ort schicken, weil er hier sich nicht gänzlich erholt u. Zerstreu= ung ihm durchaus nöthig ist u. so werden ihn denn die Tante Agnes u. Maria nach Wiesbaden oder einen noch südlicheren Ort wenn es dort noch nicht warm genug ist, begleiten. Den armen Hans wird diese Todesnachricht auch sehr hart treffen, so fern von der Heimath ist solcher Verlust noch schwerer zu tragen. Doris hat es auch gerade recht traurig in unserer Familie getroffen, es thut mir so leid, dabei daß Wetter so schlecht daß wir noch nicht einmal mit ihr haben ausfahren können. Etwas scheint sie sich doch

[page 8, left-hand side of sheet 3]

trifft es jetzt, bis Ostern waren wir frei da aber die Last für die Einwohner der Stadt so groß ist, hat das Ministerium beschlossen daß auch die Dienst= wohnungen Einquartirung aufnehmen sollen. Wir finden Sie mit Geld ab da ich nicht darauf ein= gerichtet bin, zu Anfang April zahlte ich 15 rt dafür aus, zu Anfang May wieder 12 rt, so oft kommen die Einquartirungen, so lange der Krieg anhielt war ja jeder gerne bereit diese Opfer zu tragen aber jetzt wird schrecklich ge= klagt daß unsere Stadt für's ganze Land allein tragen muß. Vielleicht ändert es sich nun durch den wirklichen Abschluß des Friedens. Der kleine Andreas ist ein gar zu guter lieber Junge, wir haben viele Freude an ihm, wenn ich nur kräftiger wäre um es so recht genießen zu können, ich fühle es gar zu sehr daß das bischen Unruhe mehr um mich habe mich recht angreift, es ist gar zu traurig nie wieder zu Kräften zu kommen. Nun, meine liebste Maria, wünsche ich noch einmal recht von Her= zen daß Du einen frohen Geburtstag haben mögest, der liebe Vater wird mir noch einige Zeilen für Dich dicktiren, Grüße Deinen lieben Mann u. lieb Lilian recht herzlich u. möge Euch Gott behüten! Mit herzlicher Liebe Deine Mutter.

[text on top of page 1, written upside down:] Soeben habe ich von Emma einen Brief erhalten in welchem sie schreibt daß sie mit großer Freude einen Brief von Dir erhalten. Wir haben ein trauriges Frühjahr, gar keine Obst= blüthe, der harte Winter hat sie gestört, viele Bäume noch meh= rere Jahre, einige ganz auch unser schöner Pfirsichbaum zeigt kein Leben mehr. Das Wetter ist fort= während kalt. [/text on top of page 1, written upside down]


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