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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Taylor, October 6, 1870

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[page 5, right-hand side of sheet 3]

ruhiger, doch ist dieser seit gestern wieder sehr auf= geregt u. gereizt ich fürchte fast daß das Bier auf dem Bahnhof, daß sehr schlecht sein soll, die Ursache davon ist, denn in den 8 Tagen die er zu Hause blieb hatte sich diese reizbare Stimmung ganz verloren u. gleich den zweiten Tag nachdem er wieder sein Bier auf dem Bahnhof getrunken ist sie wieder eingetreten. Ich bin recht betrübt darüber daß er es nicht aufgeben kann des Abends auf den Bahnhof zu gehen, ich sehe es kommen daß diese Gewohnheit ihm sein Leben verkürzen wird, aber ich kann nichts dabei thuen, aber so ist es mit dem Zigarrenrauchen, sein Apetit wird durch das viele Rauchen immer geringer u. seine Nervenschwäche die sich in der Haltlosigkeit seines Gemüthes, durch den Ausbruch von Weinen den er oft bei Lesung der Zeitungen nicht zurück= halten konnte, kund giebt, ist ganz gewiß dadurch entstanden. Es ist unbegreiflich daß er das nicht ein= sehen kann u. trostlos daß ihm nicht zu raten ist. Wir wollen nun noch, wenn das Wetter nicht schon gar zu schlecht wird, August noch besuchen, der Vater hat den ganzen Sommer durch Lust dazu gehabt u. ich hoffe daß die Zerstreuung die diese Reise bringt wohl= thätig für ihn sein wird. Ich hoffe ja daß meine Kräfte dazu aushalten werden, daß ich mich bei den mancherlei Sorgen die ich gehabt u. noch ha=

[page 8, left-hand side of sheet 3]

Wir sind alle betrübt daß er noch mit fort ist, aber er wollte es doch lieber als in Magdeburg gefangene Franzosen bewachen. In Erfurt ist ein großes Lager errichtet in welchen [sic] 7000 Gefangene bewacht werden. Ich habe bis jetzt nur ein Buch für Lilian gefunden, Märchen von Hackländer in denen Feen eine Rolle spielen, Gespenstergeschichten fand ich aber in keinen [sic] der Bücher die ich zur Ansicht hatte u. zweifle auch ein solches zu finden, Buntes Papier habe ich ihr geschickt auch die "Wacht am Rhein" werdet Ihr hoffentlich erhalten haben. Tageblätter habe ich nicht wieder geschickt da Ihr die Nachrichten wahrscheinlich früher durch andere Zei= tungen erhaltet u. sie in letzter Zeit an lokalen Nachrichten nichts besonderes enthielten. Hast Du denn nicht selbst Salzgurken eingemacht? - Eva Br. Zustand hat sich in der Irrenanstalt nicht ver= schlimmert, wie die Tante immer fürchtete, sie ist ruhig geblieben u. fragt nach niemand von Buflebs. Lieb Lilian wird nun mit großen [sic] Eifer wieder die Schule besuchen, ich denke viel an sie, wenn das schlechte Wetter kommt wird ihr der Weg dorthin doch schwer werden. Nun meine liebste Maria schließe ich mit den herzlichsten Grüßen für Dich u. Deinen lieben Mann von uns u. sende lieb Lilian einen Kuß. Gott möge Euch behü= ten! Mit innigster Liebe Deine Mutter.


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