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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Taylor, October 6, 1870

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[page 2, left-hand side of sheet 2]

daß aber dieser Jubel durch die ungeheuren Opfer welche er gefordert, durch das viele deut= sche Blut mit dem erkauft wurde, getrübt wurde wirst Du, liebe Maria, aus meinen [sic] letzten Brief gesehen u. durch die Zeitungen erfahren ha= ben. Es ist ein furchtbarer Krieg u. immer noch scheint sich das Ende desselben in die Ferne zu schieben u. diese kleineren Gefechte, diese Ausfälle aus den Festungen raffen so viele Menschen noch hin u. machen zahllose zu Krüppeln. Wie wird es noch vor Paris werden? welche Schrecken des Krieges wer= den sich da vielleicht noch entfalten, bei der grenzenlosen Demoralisation des französi= schen Volkes die durch die höchsten Kreise bis zu den niedrichsten durchgeht sind ja unse= re Heere fortwährend dem schändlichsten Ver= rath u. der ärgsten Barbarei ausgesetzt. Möge Gott uns beistehen daß es bald zum Frieden kommt! Bis der Friede gesichert ist ziehe ich keine Flagge wieder auf, wohl sag= ten wir uns beim Beginn des Krieges daß es ein schrecklicher werden würde, daß er aber so furchtbare Opfer fordern würde hatten wir doch nicht geahndet. In diesem Augenblick zo= gen wieder 400 Soldaten die von neuem

[page 3, right-hand side of sheet 2]

einberufen sind, nach der Eisenbahn um nach Frankreich zum Ersatz für unser gothai= sches Regiment zu gehen. Das Herz thut einem zu wehe wenn man sie so kräftig, jung u. frisch dahin ziehen sieht u. daran denkt wie wenige da= von wieder glücklich zurückgehen werden. Die Verluste die unser Regiment bis jetzt getroffen sind sehr groß, überhaupt ist der Gesammtverlust der deutschen Heere doch unendlich viel größer als man vermuthet hatte. Es ist sehr gut von Dir, liebe Maria, daß Du zur Linderung der Lei= den unserer Krieger auch beitragen willst, aber ich kann nicht dazu rathen daß Du aus dieser weiten Entfernung etwas schickst, Zoll u. Fracht sind so beträchtlich daß es gewiß rathsamer ist wenn Du das was sie betragen würden zu irgend einer Geldsammlung für die Verwundeten giebst. Für die Kiste die Du 1866 schicktest haben wir 8 rt Zoll bezahlt, wenn Du nun noch das Porto dazu nimmst, so kommt ja schon eine ansehnliche Summe heraus mit der manches wollne Hemd oder was sonst nö= thig ist beschafft werden kann. An Lebensmit= teln u. Erfrischungen ist unbeschreiblich viel nach dem Kriegsplatz geschafft worden von de= nen leider wegen Unmöglichkeit der Weiter=


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