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be, nicht erfahren konnte wirst Du Dir wohl denken können. Ich hatte immer noch gehofft daß Ida mit den Kindern einige Wochen zu uns käme, es wäre dieß nach den [sic] schrecklich einsamen Sommer, den wir verlebt eine große Wohlthat für uns gewe= sen, aber in Hamburg ist man gar zu bedenk= lich, da entscheidet nur der Verstand u. so könnte sie sich nicht entschließen ohne Hans hierher zu reisen weil sie möglicherweise durch Unregel= mäßigkeit der Bahnzüge einen Aufenthalt ha= ben könnte. Abgeholt hätte sie ja Hans auf jeden Fall da der Vater ihn gebeten hat hierher zu kom= men um sich wegen eines Statifs mit ihm bespre= chen zu können. Er wird wahrscheinlich nun allein einige Tage kommen denn ohne die Kinder will Ida nicht reisen, was ich auch nicht wünsche, u. für die Kinder meinen sie ist die Jahreszeit zu spät. So müssen wir denn auf diese Freude verzichten, wer weiß was nächstes Jahr sie wieder hindern wird uns zu besuchen! Elisabeth ist nun auch vo= rige Woche recht unwohl gewesen, wahrscheinlich kam es vom Zahnen, ich hoffe mit vieler Sor= ge auf eine Nachricht. Sie soll ein sehr kräftiges Kind geworden sein. Von Deiner Schwieger= mutter u. Eva With habe ich vorige Woche Briefe erhalten, ich werde sie beantworten,
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doch werde ich nicht gleich dazu kommen. Werden sie denn bis nächstes Jahr in der Schweiz bleiben? Emma sende ich die herzlichsten Glückwünsche zur Geburt ihrer kleinen Tochter u. freue mich daß sie sie so schnell u. glücklich überstanden. Für ihre Mutter wird es eine große Beruhigung sein die ich ihr von Herzen gönne. Gestern hat die Tante Aug. Deinen Brief erhalten u. lässt Dir herzlich dafür danken. Mit des Onkels Befinden ist es nicht gut in letzter Zeit gegangen, Madlung sagte mir auch daß er ihn schlechter fände. Es ist ein zu trauriger Zustand, die Tante hat sich nach u. nach da= ran gewöhnt das hilft ihr ihn tragen. Daß Hans Braun auf einige Wochen bei Euch ist, freut mich sehr aber ich wundere mich daß er vom Geschäft ab= kommen kann, ist vielleicht durch den Krieg eine Sto= ckung in demselben entstanden? Ich zweifle daß Hans eine feste Gesundheit hat, sein stilles Wesen was Dir aufgefallen hängt wahrscheinlich damit zu= sammen auch hat er wohl das Heimweh noch nicht ganz überwunden. Adolph wird jetzt vor Paris stehen aus der Gegend von hinter Ponts à Mousson hat er geschrieben bis wohin er glücklich, freilich unter viel Anstrengung u. Entbehrung gelangt war, seit er Magdeburg verlassen hatte er kein warmes Essen wieder bekommen, Brod u. Speck war die tägliche Nahrung.
