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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Taylor, September 21, 1870

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[page 5, right-hand side of sheet 3]

daß er sie erst nach 1/2 Jahr wieder hat sehen wol= len, flößt mir kein Zutrauen ein. Emma muß die Augen nach seiner Vorschrift mit einer Tink= tur beizen was schwierig ist u. deßhalb gewiß oft nicht pünktlich genug gethaen worden ist, wenn ein wenig zu viel an die Augen kommt, hat das arme Kind die schrecklichsten Schmerzen. Diese Operation sollte von einem Arzt gethaen werden u. nicht von einer ungeübten Hand. Was mich so sehr äng= stigt ist, daß die Sehkraft so abgenommen hat, Agnes sagt daß es ein Jammer damit wäre, sie sei so geschickt im Zeichnen u. jeder feinen Arbeit, so wie sie aber 1/4 Stunde dabei wäre, müsse sie der Augen wegen aufhö= ren. Sie muß beständig eine blaue Brille tragen u. zur Arbeit eine graue. Ich kümmere mich unbeschreiblich darüber, das Uebel hält schon zu lange an, länger als ein Jahr, wenn sie falsch behandelt wird, könnte Blindheit da= raus entstehen. Peter soll auch nicht viel kräf= tiger noch geworden sein, Fritz leidet oft an Ohrenschmerzen, den andern geht es gut. Emma soll sich, trotz aller Arbeit die sie durch Dienst= boten noch gehabt, sehr erholt haben u. sehr wohl aussehen. Die geselligen Verhältnisse in Pulkowa lassen immer viel zu wünschen übrig, Dillens sind

[page 8, left-hand side of sheet 3]

In der Anstalt ist Emma ruhig, sie meint daß sie in einem Gasthaus sei u. wartet darauf daß ihr Mann sie abholt. Daß Lilian nicht schon am 1ten September die Schule wieder besuchen könnte hat mir recht leid gethan, ich hatte sie schon seit der Zeit mit meinen Gedanken dorthin begleitet. Ueber die Lust u. Frische des Geistes mit der Dein lieber Mann seine literarischen Studien fortsetzt freuen wir uns sehr. Auch war ich froh zu erfahren daß Du eine gute Aushülfe in der Wirthschaft bekommen hattest. Ich vergaß Dir im letzten Briefe zu schreiben daß Marie Friedrichs, Arzberger, gestorben ist, ich laß es In der Zeitung. Adolph Braun hat bis jetzt in Magdeburg gestanden, diese Woche aber ist er mit nach Frankreich beordert wor= den. Johannes Hensel, Carl Repsold u. Hein= rich Hopf stehen vor Metz auf Vorposten u. haben schrecklich von unaufhörlichen Regengüssen Tag u. Nacht zu leiden gehabt. Bassewitz, der Mann von Sylvie Wangenheim ist in der Schlacht bei Sedan gefallen. Unser gothaisches Regiment hat leider ungeheure Verluste gehabt. Nun meine liebste Marie, bin ich aber ganz erschöpft vom Schreiben u. hätte Dir doch gerne noch man= ches mitgetheilt. Grüße Deinen lieben Mann herzlich und auch Dir sendet der l. Vater die be=

[text on top of page 1, written upside down:] sten Grüße, auch für lieb Lilian u. von mir einen Kuß voll Liebe. Möge Gott Euch behüten! Mit der herzlichsten Liebe Deine Mutter. [/text on top of page 1, written upside down]

[text at bottom of page 1, written upside down:] Beiliegende Puppen hat Lina für Lilian geschickt. [/text at bottom of page 1, written upside down]


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