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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Taylor, September 21, 1870

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[page 2, left-hand side of sheet 2]

fanatische Bosheit u. Verrätherei an ihnen verüb= te, ein sehr tiefes Weh welches der Siegesfreude großen Abbruch thut. Es war eine schreckliche Zeit, wer sie nicht mit erlebt hat, kann sich keine Vorstellung davon machen, keinen Augenblick war ich frei von tiefen [sic] Seelenschmerz u. doch hatte ich ja keines der Meinen unter der Käm= pfenden, wa müssen die noch viel mehr ge= litten haben deren Angehörige darunter waren. Du wirst Dir wohl denken können, liebe Maria, daß diese Zeit einen recht nachtheiligen Ein= fluß auf meine Gesundheit ausübte, meine Kopfweh sind zwar in den letzten Wochen sel= tener gekommen, aber meine Schwäche hat sehr zugenommen u. das ist recht drückend für mich. Des lieben Vaters Aufregung hat sich nun ziem= lich gebessert, sie war recht sehr groß u. ängstig= te mich oft gewaltig, nie zuvor hatte ich ihn so gesehen u. musste mir natürlich sagen daß das Alter die Ursache dieses Mangels an Halt u. Festigkeit war. Auch anderer Kummer lag u. liegt noch in dieser trüben Zeit auf mei= ner Seele, von August blieb einmal 4 Wo= chen lang alle Nachricht aus, obgleich ich drin= gend um Beantwortung meines Briefes ge= beten da seine Frau noch sehr angegriffen

[page 3, right-hand side of sheet 2]

war. Da Woche um Woche u. Tag u. Tag vergingen ohne eine Nachricht von ihm zu erhalten, steigerte sich meine Angst zum höchsten Grad, sie raubte mir allen Schlaf u. schlief ich auf kurze Zeit ein, so hatte ich die schrecklichsten Träume von ihm. Ich schrieb endlich wieder u. bat um umgehende Antwort, aber erst nach 4 Wochen kam diese u. brachte recht trübe Nachrichten. Der kleine Jun= ge war sehr krank gewesen, vom Arzt ganz aufgegeben, als letztes Mittel hatte dieser noch Wechsel der Muttermilch verordnet, sie holten eine Frau u. der Kleine hatte eben noch so viel Kraft um von ihr etwas Nahrung zu sich zu nehmen. Darauf war eine Besse= rung eingetreten, den andern Tag wiederholten freilich die Krämpfe sich noch einmal, aber dann hielt die Besserung an. Doris stillt den Kleinen nun wieder selbst, er nimmt dabei zu u. ist munter, wenn die Witterung es irgend er= laubt wird er ins Freie getragen, aber Do= ris ist sehr angegriffen, was mir noch rechte Sorge macht. Wenn es nicht ein so sehr kräftiges Kind wäre, so würde es gewiß nicht am Le= ben geblieben sein. August war offenbar noch tief ergriffen von den Leidenstagen die sie durch= lebt hatten. Wie das Kind vom Arzt ganz auf=


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