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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Taylor, September 21, 1870

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[page 1, right hand-side of sheet 1]

Gotha, den 21ten Sept. 1870

Meine liebste Maria!

Sehr froh war ich aus Deinen lieben Brief vom 21ten August, für den ich herzlich danke, zu erfahren daß Du den meinen vom 23ten July endlich erhalten u. er Dir Kraft u. Beruhigung über unser Ergehen in den schweren Tagen die so plötzlich über uns alle gekommen waren, gebracht hatte. Sehr viel Schmerz, Trauer u. Jammer über die schweren Opfer die dieser un= glückselige Krieg forderte, über den namen= losen Jammer den er in viele tausend Fami= lien brachte, haben wir seitdem empfun= den, jetzt, Gott sei Dank, kehrt etwas Ruhe in unsere Herzen zurück u. haben wir die Hoffnung daß das Blutvergießen nun sein Ende erreicht hat. So groß auch die Freude über die fortwährenden Siege un= serer braven Truppen war, so mischte sich doch durch die großen Verluste derselben u. die ent= setzlichen Greuelthaten welche der Feind durch

[page 4, left-hand side of sheet 1]

gegeben war entschlossen sie sich es noch taufen zu lassen, Doris Mutter nahmen sie zur Pathe u. wie das Kind sich erholte haben sie den Vater noch als Pathe in's Kirchenbuch einschreiben lassen. Es hat die Namen der Großeltern, Frie= drich, Carl, Peter, Andreas erhalten, wie sie es nennen werden hat August nicht geschrieben. An unsere Reise nach Osnabrück ist natürlich jetzt nicht zu denken u. ich zweifle sehr daß wir sie diesen Herbst noch werden unterneh= men können. Einen andern Kummer habe ich noch um Lina Wagner, deren Augenübel sich gar nicht gebessert hat, durch Agnes Braun die seit 2 Wochen wieder hier ist, habe ich nun erst erfahren wie schlimm es noch damit steht u. jetzt schreibt Emma selbst daß es noch recht schlimm damit sei. Hätte sie sie nur jetzt mit zu uns reisen lassen! Der Wechsel des Klima's wür= de gewiß, da sie gerade in der Entwickelungs= periode steht einen sehr günstigen Einfluß auf sie haben u. hier könnte sie die tägliche Behand= lung eines guten Augenarztes, des Dr. Mausel, der eine Klinik für Augenkranke hier errichtet hat, genießen, während sie in Petersburg von Frühjahr bis jetzt den Arzt nicht wieder gesehen hat. Er soll ja eine Autorität sein, aber


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