• Contributor Login
  • Transcriber Login
  • Register as a Contributor
Menu
  • german heritage in letters logo
  • News
  • Share Your Letters
  • Help Transcribe
  • Explore Collections
  • Browse Letters
  • Search

Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Taylor, August 18, 1870

Log in to Scripto | View item

http://germanletters.org/plugins/Dropbox/files/Taylor_0286_0002.jpg - image of

« previous page | next page » |

To rotate image, first hold down Alt and Shift keys, then drag with mouse or trackpad (Safari, Chrome & Edge only).

This item is editable!

Current Page Transcription

[page 2, left-hand side of sheet 2]

re Zeitungen aus denen Du sehen wirst mit wie viel Blut unsere Siege erkauft werden müssen u. welche Noth die armen Verwun= deten leiden. Das Herz ist mir keinen Augenblick frei von tiefen [sic] Schmerz da= rüber. 140 Verwundete liegen hier im Lazareth, sie sind alle nur leicht verwun= det u. doch machte es einen schrecklichen Eindruck wie sie vorige Woche ankamen, 3/4 der Stadtbewohner wenigstens zogen nach dem Bahnhof um sie bei ihrer Ankunft zu empfangen. Was für eine Unruhe wir hier in der Nähe des Bahnhofs seit Ausbruch des Krieges bis Ende voriger Wo= che gehabt haben, davon kannst Du Dir gar keine Vorstellung machen, Tag u. Nacht der furchtbarste Lärm. Nachdem die Truppen= züge die länger als 2 Wochen ununter= brochen hier durchkamen aufhörten wur= den noch über 400 Transportwagen die aus der Gegend von Berlin mit ihren Pferden u. Fuhrleuten hier angekommen waren auf der Eisenbahn verladen, sie standen von weit hinaus auf der Siebleber Chaussee bis zum Bahnhof in allen Stra=

[page 3, right-hand side of sheet 2]

ßen u. Alleen dieses Stadtheils, hier in der Jägerstraße 2 Tage u. 1 Nacht mit den Pfer= den bei'm Wagen u. die Fuhrleute die der ungebildetesten Klasse anzugehören schie= nen, zankten sich u. machten einen schreck= lichen Lärm. Diese Woche ist es endlich wie= der ruhiger was mir recht wohlthätig ist. Den lieben Vater hat diese Zeit sehr angegrif= fen, seine Nerven sind so gereizt, beim Lesen der Zeitungen fing er oft an zu weinen, was ich ja so gar nicht an ihm kenne. Etwas ruhiger ist er nun geworden aber bei den ergreifenden Nachrichten die so oft kommen verlässt ihn meist seine sonst so feste Haltung. Diese Zeit übt auf viele einen schlimmen Einfluß aus, auch den [sic] Onkel Bufleb geht es seitdem wieder schlech= ter, er ist sehr viel schwächer geworden. Daß Deine Schwiegereltern nicht jetzt nicht zu uns kommen konnten hat mir unend= lich leid gethaen, sehr hatte ich mich schon auf ihren Besuch u. auf die Nachrichten die ich durch sie von Euch erhalten würde, ge= freut. Aber ich muß doch auch sagen, liebe Marie daß es besser für sie war die Reise


Comments on This Page

[edit] [history]

Transcribe What You See: As much as possible, transcribe the text as it appears on the page, including original spellings (even if they are incorrect/non-traditional) and keeping abbreviations as written. Insert a return at the end of each line as it appears on the page, and two returns for paragraphs. Transcribe the page in the order in which it was meant to be read: for example, marginal post scripts should be placed at the end of your transcription.

For more guidance, please visit our Scripto tips page.

Wunderbar Together logo
German Historical Institute logo

  • ©2021 German Historical Institute Washington DC. All rights reserved.
  • Privacy Policy
  • Impressum
  • Site by Artefacto