Eugen and Lisbeth Haas to Eugen Klee, February 13, 1921, p. 3 - image of
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die schönen Kleidungsstücke für meine gute Lisbeth und mein liebes Kind. Mein Frauchen wird selbst einen Brief beilegen und sich besonders bedanken. – Die pfälzischen Burgen werden bis zur Ankunft dieses Briefes in Eurem Besitze sein. Ich wollte dieselben mit meinem letzten Briefe gleichzeitig abschicken; sie waren aber bei meinem Buchhändler, wo ich sie bestellt hatte, vergriffen. Daher die Verspätung. Recht gefreut haben wir uns auch darüber, daß Euch die „Hedwig“ gut gefallen hat und daß Du, liebe Tante, sie unserm Onkel vorgelesen hast. Um Euch wieder eine kleine Gegenfreude zu machen habe ich ein zweites „Pfälzerbuch“, den Roman „Nonnensusel“ vom gleichen Verfasser gekauft und schicke Euch denselben zu. Lisabeth will ihn noch rasch lesen, da er ihr fremd ist. Zur Zeit liest sie das „Große Heimweh“ von Herzog. Derselbe schildert das Deutschtum in Amerika und soll recht schön sein. Ich selbst komme eben wenig zum Lesen, da mich Schule und Lehrervereinsarbeit voll in Anspruch nehmen. Da können wir Lehrer jetzt nicht genug tun; denn in unsern Händen liegt mit ein großes Stück der deutschen Zukunft. Ich arbeite soeben organisatorisch auf dem großen Gebiet der Elternabende, welche den Zweck haben Schule und Elternhaus zur Hebung und Weckung „sittlicher Kräfte“ miteinander enger zu verbinden – ein edles Arbeitsfeld, von dem ich vielleicht nächstens ausführlicher berichten kann. Beiliegend erhaltet Ihr die Aufnahmen von Callbach und Otterberg. Mögen sie Freude bereiten, Heimatliebe wecken und alte freudige und traurige Erinnerungen wachrufen! Groß wird unsere Freude sein, wenn wir Euch bei uns haben – lange, lange. Schreibt uns bald in welchem Monate Ihr die Reise anzutreten gedenkt. Wir freuen uns ja so und haben uns so viel, so viel zu erzählen. Auch Euer Gedanke von der Ruhestätte unserer Lieben ist mir sehr zusagend und wollen wir denselben bei Eurem Hiersein einge= hend besprechen.
In herzlicher Liebe und alter deutschen Treue mit tausend Grüßen und Küssen
Euer dankbarer Neffe Eugen Haas.
