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Transcribe Page - Lenchen Cherdron to Eugen Klee, November 23, 1920

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Lenchen Cherdron to Eugen Klee, November 23, 1920, p. 2 and p. 3 - image of

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[left side]

Leider nahmen sie unsere Gastfreundschaft nur kurz in Anspruch, denn sie wollten noch am gleichen Tage nach Höhringen, zu Schwester und Schwager. Fritz fuhr sie daher gegen Abend nach dorten. Ich hoffte und freute mich auf einen lieben Brief von Eugen, und ob sie mit klein Helenchen wieder wohl= behalten in ihrem eigenen Heim angelangt seien, sind aber bis jetzt noch ohne alle Nachricht. Hoffentlich ist doch niemand krank?! Ob es den jungen Leuten nicht bei uns gefallen hat? Wir ließen es gewiß an Aufmerksamkeit und Liebesbeweise nicht fehlen, im treuen Gedenken seiner lieben, uns so teuren Mutter. Nun geht das Jahr bald zu Ende und unsere gegen= seitige Wünsche, uns nach so langer Trennung einmal wieder zu sehen, und unser liebes Bäschen kennen zu lernen, ging leider nicht in Erfüllung.

Wird das nächste Jahr uns wohl gnädiger sein? Hoffentlich sind die Verhältnisse bis nächsten Sommer, wo wir Euch sicher erwarten, wieder schöner und besser. Dem Begriffe der großen Masse, von Recht und Unrecht, haben sich während, und nach dem Kriege gänzlich umgestaltet. Was der Krieg uns kulturell vernichtet und was gerade die Bessern entbehren

[right side]

müssen, ist fürchterlich, es ist ein Umsturz in allem. Die Großen werden klein und das Mindere ist oben. Wie lange die Zustände wohl noch andauern? Sind wir nicht sehr arm geworden, wo unsere Mark kaum mehr 8 ₰. Werth hat? und das Sauererworbene verschwindet, vor lauter Abgaben und Steuern. Knechte und Mägde wüssen nicht mehr was sie an Lohn verlangen sollen, sie sind überhaupt nicht mehr zufrieden zu stellen, denn es will niemand mehr arbeiten von der gewesenen niedern Klasse, schön sich putzen, gutes Essen und möglichst wenig Arbeit, lautet ihre Devise. Entschuldigt Ihr Lieben, daß ich Euch ein so unerfreuliches Bild entrolle, wir wollen dann wieder getrost auf eine bessere Zeit hoffen! ---

Mit gleicher Post, geht eine kleine Handarbeit von klein Martha, an die liebe Tante Emma als Weih= nachtsgeschenk ab, möge es der lieben Tante, Freude bereiten. Gerne hätte Martha etwas größeres gearbeitet aber bei den vielen Schularbeiten war es nicht gut möglich und möge die liebe Tante deshalb entschuldigen. Wir wollen hoffen, daß es Euch Lieben gesundheit= lich recht gut geht, Ihr werdet Euch in dem herrlich gelegenen Badeorte von wo Ihr


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