Eugen and Lisbeth Haas to Eugen Klee, August 21, 1920, p. 5 - image of
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lieber Onkel, doch schon alles für mich getan, vor dem Kriege und jetzt während des Krieges in Gemeinschaft mit unseren guten Tante, Deiner lieben Frau. Gegen solch‘ fürstliche Geschenke sind unsere Dankesworte nur ein Gestammel; aber nehmt sie trotzdem entge= gen und seid versichert, daß wir uns sehr, sehr freuen auf Euer Kom= men im nächsten Jahre, wo wir Angesicht in Angesicht Euch unsere Liebe und Dankbarkeit zeigen wollen, indem wir es Euch in der Heimat, der sonnigen deutschen Pfalz, so lieb und angenehm machen, als mög= lich. Doch wird übers Jahr noch alles so sein, wie jetzt? Werden wir nicht von Haus und Hof vertrieben sein. Wir haben ja keine Ruhe und die Ungewissheit ist so schrecklich. Ich schreibe nichts, denn es ist wieder ge= fährlicher als je. Wie ich höre, bekommen unsere Nachbarorte wieder Besatzung. Was geht im Osten vor? Geht dort für Deutschland die Sonne auf oder kommt von dort das Verderben? Werde ich Recht behalten mit dem dritten Weg, den ich einmal in einem früheren Briefe andeutete? Viele von uns hoffen und wünschen es. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Eure Zeitungen klären Euch ja hinreichend auf. Im Saarge= biet ruht jeglicher Verkehr- und Schlesien! Beide Länder sind von Franzosen
