Eugen and Lisbeth Haas to Eugen Klee, August 21, 1920, p. 6 - image of
« previous page | next page » |
To rotate image, first hold down Alt and Shift keys, then drag with mouse or trackpad (Safari, Chrome & Edge only).
Current Page Transcription
besetzt. Aber es wird kommen ein Tag, den ich erleben mag – doch
wir dürfens nur denken. Du schicktest mir Bilder von Eurem Militär –
so etwas gibt es in Deutschland nicht mehr. Das unsrige ging heim
mit dem roten Bändchen im Knopfloch und am Helm. Die Fahnen
gingen nicht lustig im Wind, sondern hingen schlaff und die Durch=
zugmärsche der Kapellen klangen nicht freudigen - sondern wie
Trauer und Grabgesang. Unsere Not ist nicht groß genug, sie muß
noch größer werden. Ein Beispiel für unsere innere Zustände:
Der Höchstpreis für ein Doppelzentner Weizen ist auf 148 M fest=
gesetzt und wird für 800 – 1000 M verschoben. Unsere Gendarmerie
und Polizei funktioniert nicht mehr. Wenn man sich zurück=
erinnert an die alte Zeit, da klingt es wie ein Märchen. Es war ein=
mal. - //Rechte Freude haben uns auch eure Ansichten aus Eurem
Sommeraufenthalt gemacht. Wir glauben es gerne, daß Ihr schöne
Stunden verlebt, wenn Ihr Arm in Arm durch die romantischen Wälder
und Felsenlandschaften wandert. Die Vergleiche mit manchen
