Eugen and Lisbeth Haas to Eugen Klee, August 21, 1920, p. 2 - image of
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wenn ich Dir mitteile, daß Tante Anna in Kaiserslautern alleine lebt und Tante Scheuermann von ihrem Sohne Karl aus dem Hause ge= worfen wurde, so daß sie jetzt als Haushälterin in Sippersfeld tätig ist. Die „Hecken“ haben zu viel Gerbsäure in sich deshalb möchte Vater auch zu den drüben überm Wasser keine Beziehungen haben. Er schrieb an Dich und an sie nicht. Da wurde dann fortwährend kritisiert: dafür schreibst Du uns an meine Geschwister nicht. Und so hat auch Vater an Dich den Briefverkehr eingestellt. Andere Gründe hat er nicht und er spricht nach wie vor mit der größten Achtung und Liebe von Dir. Doch tröste Dich mit mir; denn auch ich erhalte Jahr und Tag keine Nachricht von ihm; das Briefschreiben liegt ihm nicht mehr; er ist zur Arbeitsmaschine ge= worden. Über den Krieg hat er viel, viel geleistet – ohne Dank. Jetzt hat er – mit der neuen Besoldung – einen großen Teil seiner Nebenge= schäfte abgegeben und es sich sehr leicht gemacht. Meine Beziehungen zum Elternhause waren sehr lose und es sind schon drei Jahre her, daß ich nicht mehr in Callbach war. Mutter hat mich bis jetzt noch nicht besucht. Vater und Else waren schon hier – Else vor 8 Tagen 10 Tage lang. Es hat ihr bei uns gefallen und ich habe meiner Schwester schöne Stunden bereitet. Sie schied mit dem Wunsche, daß wir uns wieder enger zusammenschließen müßten. Das wollte ich gerade durch mein Fernbleiben von Callbach
